JESUS in the HOUSE

Bei uns in NRW hat letzte Woche die Schule wieder angefangen. (Wie kann das eigentlich sein, dass sich die sechseinhalb Wochen jedes Jahr wieder anfühlen wie zweieinhalb?!)
Wir arbeiten also dran, den Familien- und Arbeitsalltag unter die Füße zu kriegen und das kommenden Schuljahr in den Blick zu nehmen.

Für die von euch, die in einer Gemeinde/Jugendarbeit aktiv sind, ist vermutlich so ein „planender Blick“ auch an dieser Stelle dran: Was nehmt ihr euch vor an regelmäßigen Treffen? Welche besonderen Aktionen plant ihr? Was steht sowieso schon fest, weil es Tradition ist? (Moment mal, da fällt mir ein: Müssen eigentlich die Dinge, die immer schon so waren zwingend immer so bleiben? *g*)

Mein – in den letzten Jahren unaufhaltsam wachsendes – Gefühl ist ja: Weniger ist oft mehr. Wir gewinnen, wenn wir uns zum Reduzieren durchringen. Zur Einfachheit. Zur Konzentration und Klarheit.

Klingt schön, oder? 🙂 Aber es wird ganz schnell ungemütlich, wenn wir uns klar machen, was „reduzieren“ konkret bedeutet. Nämlich vor allem: reduzieren! 😉

Also insgesamt weniger machen! Weniger Termine, weniger Veranstaltungen. Konzentration auf die Mitarbeit an wenige(re)n Stellen. So entsteht Spielraum für Beziehungen und Ungeplantes.
Das alles geht nicht ohne die Einsicht: „Ja“ sagen zu einer neuen tollen Idee klappt selten additiv, „on top“ zu allem Bestehenden. So gut wie nie sind automatisch genug freie Kapazitäten vorhanden. (Also in echt vorhanden, nicht im Wunschdenken. Und zwar tatsächlich freie Kapazitäten und nicht im letzten Winkel des Terminkalenders und am Rande der Kräftereserven zusammengekratze.) In aller Regel ist es so: Für etwas Neues muss etwas anderes ehrlich (nicht nur scheinbar) reduziert oder noch besser gleich ganz aufgegeben werden.

Diese Einsicht ist sowohl nötig für die einzelnen Mitarbeitenden als auch für die gesamte (Gemeinde-)Arbeit. Und vor allem: Der Einsicht müss(t)en Taten folgen!

Nach meiner Beobachtung allerdings ist das meistens nur theoretisch klar. Aber die Konsequenz, dann zum Beispiel mal eine Gruppe TATSÄCHLICH sterben zu lassen oder die traditionsreiche Freizeit WIRKLICH (wenigstens für ein Jahr) in andere Hände zu geben oder gar ganz zu canceln, fehlt.
Und so gibt es überall Haupt- und Ehrenamtliche, die in zu vielen Töpfen gleichzeitig rühren, die am oder über dem Limit sind und die nicht selten das Gefühl haben: Für die echten Begegnungen mit Menschen (und evtl. sogar für meine eigene Begegnung mit Gott!) fehlt mir die Zeit und die Kraft.

Und jetzt kommt was ganz Verrücktes. Aber call it crazy: Obwohl oder wohl eher WEIL ich diese Vorrede geschwungen habe, wage ich es jetzt, Werbung zu machen für – eine Veranstaltungsreihe! 😉

Anfang 2017 findet nämlich wieder JESUSHOUSE statt. Und ich empfehle euch sehr, dass ihr euch (und Gott) mal fragt, ob das nicht eine gute Idee wäre für euch.
JESUSHOUSE steht für evangelistische Jugendwochen, die ihr im Zeitraum vom 20. Februar bis 2. April bei euch durchführen könnt. Diese Wochen bieten einen Raum, um mit Jugendlichen und/oder jungen Erwachsenen in eurem Umfeld über Glaubens- und Lebensfragen ins Gespräch zu kommen und sie zum Glauben an Jesus einzuladen. In Gemeinderäumen, in der Kneipe nebenan, im Jugendzentrum, in eurem Wohnzimmer oder wo auch immer ihr das super findet.
Ich sehe darin eine große Chance. Nicht nur für eure Gäste, sondern auch für euch und „eure Jugendlichen“ selbst.

Natürlich könnt ihr auch anders evangelistisch aktiv sein als durch eine Jugendwoche. Und natürlich könnt ihr auch eine Jugendwoche unabhängig von JESUSHOUSE durchführen.
Aber why not? Es gibt viele gute Gründe für JESUSHOUSE. Unter anderem profitiert ihr dabei von den ausgearbeiteten Konzepten, von vielen Materialien und von verschiedenen Schulungs- und Beratungsangeboten.
Und, auch cool: Ihr könnt euch mit drei Entscheidungen das für euch am besten passende Konzept zusammenschustern. Ausführlichere Infos findet ihr auf der Homepage.

Besonders großartig ist aus meiner Sicht die Wahlmöglichkeit zwischen den zwei Veranstaltungsstilen. Neben einem „klassischen Bühnenprogramm“ könnt ihr euch auch für eine „Dialog“-Veranstaltung entscheiden.
Und ich persönlich stehe ja voll auf diese Dialog-Variante! An die Stelle einer längeren Frontalpredigt tritt ein interaktiver Teil, der ein echtes Gespräch zwischen VerkündigerIn und Zuhörenden (bzw. dann ja treffender „Mitredenden“ *g*) ermöglichen soll. Teile der Verkündigung entstehen „live“ im Prozess. Wenn’s gut läuft, wird das wirklich spannend – nicht zuletzt für die Evangelistinnen und Evangelisten, die so gut und breit vorbereitet sein müssen wie sonst selten … 😉

Also: Wenn ihr jetzt euer Jugendarbeits-Jahr in den Blick nehmt (und dabei hoffentlich überlegt, was ihr alles NICHT machen wollt *g*), dann bewegt doch auch die Frage nach JESUSHOUSE in eurem Herzen. Es könnte sich lohnen, für so eine JESUSHOUSE-Woche „nein“ zu sagen zu einer anderen großartigen Idee!

Ich jedenfalls werde nach 2011 zum zweiten Mal als Vor-Ort-Verkündigerin bei JESUSHOUSE am Start sein. Und ich freu mich schon jetzt drauf! 🙂

Jesus, Jesus, Jesus und nochmal Jesus

Vor Kurzem musste ich an eine lustige Begebenheit denken aus dem ersten Jahr meiner theologischen Ausbildung am Johanneum (lang, lang ist’s her *g*).
Im NT-Unterricht befassten wir uns ausgiebig mit dem Markus- und dem Lukasevangelium. Für viele von uns (auch für mich) war das die erste so intensive auch vergleichende Beschäftigung mit Evangelientexten.

Und irgendwann ging dann ein Zettel rum: „Wer macht mit im Ich-will-einen-Jesus-und-nicht-vier-Club?“. 😉

Wenn ich so drüber nachdenke, ist diese Geschichte vielleicht doch gar nicht wirklich „lustig“ … Denn, so gewollt spaßig die Formulierung auch war, so ernst war ja das Anliegen dahinter: „Hilfe, mir wackelt der Boden unter den Füßen! Wenn das so weiter geht, ist mein altes Jesus-Bild nicht mehr zu retten. Und außerdem fliegt mir mein Bibelverständnis um die Ohren. Aaaaah …!“

Dass es sich lohnt, auch bei solchen Anflügen von Panik dran zu bleiben und nicht aus Angst oder Bequemlichkeit Spannungen und widersprüchliche Aussagen zu ignorieren oder wegzureden, davon bin ich überzeugt. Das habe ich erlebt und dazu möchte ich allen Mut machen.

Aber heute geht es mir um etwas anderes.
Ich bin nämlich deshalb an diese Unterrichtsszene erinnert worden, weil ich auf einen Gedanken gestoßen worden bin, der genau gegensätzlich ist:
Ist es nicht gerade total cool, dass schon die Bibel uns in den Evangelien vier unterschiedliche Blickwinkel auf Jesus ermöglicht?! Dass vier unterschiedliche Menschen ihre Sicht der Guten Nachricht aufschreiben und uns Jesus so vor Augen malen, wie sie ihn erlebt/begriffen/verstanden haben?!

Ja, natürlich gibt es nur einen Jesus und nicht vier. 🙂
Aber diesen einen Jesus können wir uns nicht in die Tasche stecken, er ist nicht mal eben „ein für alle Male zu verstehen“. Er lässt sich nicht zwischen zwei Buchdeckel sperren und fügt sich auch nicht in starre Denk- und Glaubenssysteme.

Er ist ein „Begegnungs-Gott“. Ein „Gott in Beziehung“. Auch heute.  Er lässt sich sehen und hören und erfahren. – Und das Spannende: Er zeigt sich unterschiedlich. Oder wir Menschen nehmen ihn unterschiedlich wahr. Oder beides.
Ist es nicht ein guter Ansatz, diese Verschiedenheit grundsätzlich als Reichtum und nicht als Bedrohung zu sehen? Könnte es nicht sein, dass gerade darin die Größe Gottes gut zum Ausdruck kommt: Wenn Menschen mit unterschiedlicher Biographie, unterschiedlicher Kultur, unterschiedlichem Charakter, unterschiedlichem Bildungshintergrund, unterschiedlichem Geschlecht u.s.w. Jesus begegnen und ihn – jeweils auf ihre Weise – widerspiegeln?!
(Denn das gehört ja dazu, wenn Jesus Menschen beruft, ihm nachzufolgen: Dass wir diesen Schatz, diese Gute Nachricht, dieses Evangelium nicht allein für uns selbst genießen, sondern mit anderen teilen.)

Wie großartig passt dazu das Bild oben! (Es stammt übrigens aus dem unbedingt lesenswerten Buch AUFMACHEN. Wie wir heute Kirche von morgen werden und kann hier  (neben vielen anderen tollen Grafiken) runtergeladen werden.)

Es gibt nur ein Evangelium. Ja! Aber wir kennen es nur nach Matthäus, Markus, Shuk Ching und Kisuba …

Als ich 2002 (heute hab ich’s aber mit Geschichten von „damals“ *g*) ein Freiwilligenjahr im südafrikanischen Team iThemba absolviert habe, haben wir manchmal dieses Lied gesungen:

How will they know, what will they remember,
what will they see that is different in you?
How will they know, will they find any answers
in the gospel according to you?

Das ist eine starke (An-)Frage!
Und eine wichtige, vor allem wenn der fromme Spruch stimmt, dass wir ChristInnen für die meisten Menschen „die einzige Bibel sind, die sie lesen“ … Wie ist das mit den Evangelien, die es neben denen nach (englisch: according to) Matthäus, Markus, Lukas und Johannes noch so gibt? Was ist mit dem Evangelium according to Astrid? Und was ist mit dem Evangelium according to you??

Und jetzt wird es richtig unbequem: Was ist denn, wenn das Evangelium, das wir „frommen Christinnen und Christen“ im Jahr 2016 verkörpern, gar keine so gute Nachricht ist? Was, wenn Menschen es sogar genau gegensätzlich empfinden?!
Was, wenn wir reden von Befreiung, aber in Wirklichkeit Menschen klein gemacht werden bei uns? Was, wenn wir uns auf den „Friedefürst“ berufen, aber unsere Gemeinden Haifischbecken gleichen? Was, wenn Demut unser Ideal ist und uns aber die Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit aus allen Poren kommt? Was, wenn wir „You are mighty“ singen, aber eigentlich nur selbst geil auf Macht sind?
Die Liste könnte ich noch lange fortsetzen. Leider.

Es ist bitter das zu formulieren, aber ich kann so gut verstehen, wenn Leute bei uns kein Heil vermuten. Ich kann so gut nachvollziehen, wenn Jesus für sie keine Option ist, weil wir, die wir so laut „Jesus“ schreien, oftmals so abstoßend leben.

Könnte das vielleicht der Grund sein, warum wir „jungen Leute“ mit manchen Aussagen und auch in unserer Verkündigung leiser geworden sind? Zaghafter?

Zumindest ist das mein Eindruck, dass viele von „uns Jüngeren in der frommen Szene“ vorsichtiger geworden sind, wenn es um das Evangelium oder zumindest doch um eine bestimmte Art der verbalen Evangeliumsverkündigung geht. Ja, vielleicht sind wir sogar insgesamt leiser, wenn es um Jesus geht.
Und mein Eindruck ist, dass einige Ältere darin mangelnde Hingabe, mangelnde Bibelkenntnis, mangelnde Leidensbereitschaft oder sonst irgendeinen Mangel sehen. Manchmal, das finde ich besonders verletzend, lautet der Verdacht sogar auf „mangelnde Jesus-Liebe“.

Aber könnte es nicht sein – wenn ich mit der Grundbeobachtung überhaupt richtig liege und nicht nur von mir auf alle schließe *g* – dass hier keiner der genannten Mängel im Hintergrund steht? Und auch kein anderer Mangel?! (Und übrigens auch kein Überfluss an postmoderner, weichgespülter Lauheit! *g*) Sondern dass manche von uns eben einfach nicht mehr mitkönnen und/oder -wollen mit dem Erbe, das wir auf unseren Schultern spüren? Dass wir gemerkt haben: Es war nicht überall „Evangelium“ drin, wo Leute „Jesus“ draufgeschrieben haben. Manches, was unsere Väter und Mütter im Glauben uns vermeintlich „im Namen Jesu“ beigebracht haben, war falsch und destruktiv. Und so sind viele Menschen nicht nur nicht näher zu Jesus gekommen, sondern gerade auf Abstand gegangen und dort zum Teil bis heute geblieben.

Das alles treibt mich ziemlich um. Ich wünsche mir so sehr eine Kirche, ich wünsche mir Gemeinden und Gemeinschaften, in denen ein echter, liebevoller, herausfordernder, auch mal unbequemer, lernbereiter, demütiger Jesus-Glaube lebendig ist.
Oder vermutlich müsste ich treffender schreiben: In denen JESUS SELBT lebendig ist! Jesus, mit den genannten Attributen, die vermutlich meiner momentanen Sicht von ihm gut entsprechen. Aber Jesus auch mit seinen Seiten, für die ich gerade (vielleicht als Pendelausschlags-Gegenbewegung) blind bin.

Wie kann es gelingen, auf der einen Seite unbedingt wach und kritisch zu sein gegenüber einem krank machenden, missbräuchlichen und lieblosen Glauben? (Und ja, meinetwegen auch gegenüber den von einigen so gefürchteten Lauheits- und Weichspülungstendenzen.) Aber auf der anderen Seite auch nicht „I-know-it-all“-mäßig und arrogant alles, was sich nicht eins zu eins mit meinem begrenzten Verständnis von Jesus deckt, automatisch als falsch abzustempeln?!

Vorletzte Woche war ich zur Einkehr im Kloster. Und da habe ich das Ende des Johannesevangeliums angeschaut, Kapitel 21:
Jesus und Petrus am See. Die dreimalige „Liebst-du-mich“-Frage und der dreimalige Auftrag. Dann in Vers 18 dieser krasse Ausblick auf die großen Herausforderungen, die Petrus erwarten. Und schließlich noch einmal der starke Satz: „Folge mir nach!“
Und was antwortet Petrus seinem Meister daraufhin?? Er schaut auf Johannes! Und fragt: „Aber Herr, was bitte ist denn mit IHM?“

Woraufhin Jesus ihm dann ziemlich deutlich zu verstehen gibt: „Das geht dich jetzt gerade mal gar nichts an. DEIN Job ist: Folge mir nach!“

DU ABER FOLGE MIR NACH,

sagt die Einheitsübersetzung.

Vielleicht ist das eine gute Spur:
Sich um die eigene Nachfolge kümmern. Schüler, Schülerin von Jesus bleiben. Und dementsprechend „die eigenen Hausaufgaben machen“.  😉
Weniger SchiedsrichterIn spielen im Hinblick auf das, was andere denken und glauben und leben. Sondern ihnen ihren Glauben, ihre Nachfolge, ihre Verantwortlichkeit JESUS SELBST GEGENÜBER zuzugestehen und zuzutrauen.

Und wenn es kritisch wird, wo wir Zerstörerisches wahrnehmen oder vermuten, im Streitfall eben nicht vorschnell die eigenen Erkenntnisse zum Maßstab zu erheben – sondern auf Jesus selbst zu verweisen. Idealerweise gemeinsam Jesus zu begegnen.

Ist das utopisch? – Eine solche Einstellung wünsche ich mir jedenfalls von anderen, wenn sie mir begegnen. Und so möchte ich mit Geschwistern umgehen.

Ach ja, das wäre doch gut, oder?
Und sicherlich wäre es förderlich dafür, dass Menschen die Gute Nachricht für sich entdecken. Die Gute Nachricht von dem einen Jesus. Nach Markus oder nach Shuk Chin oder nach Kisuba. Oder: „acoording to you“!

 

Bildquelle: www.kirche-aufmachen.de

LesenBetenLiebenRappen … mit Johanna Klöpper

Johanna Klöpper // 35 Jahre alt // lebt mit Mann und zwei Kindern in Mittenaar im Lahn-Dill-Kreis in Hessen in Deutschland in Europa in der Welt // Hospizfrau, Trauerbegleiterin, Möchtegern-Rockstar und gute Esserin – Spezialgebiet Pasta // www.heiligersenf.com

LESEN:

Kann ich.
Hab ich aber so richtig erst mit Ende zwanzig angefangen, als ich schwanger war und liegen sollte und vor Langeweile fast verschimmelt wäre.
Eigentlich sind Bücher in meiner Herkunftsfamilie schon immer eine echte Währung gewesen – es gab stets genug von ihnen und ich erfuhr auch genügend Ermutigung dazu, mal „Der kleine Hobbit“ zu versuchen oder Michener (als ich schon etwas älter war).
Lesen war zwar nie etwas Unnormales – ich fand aber die Geschichten in der Regel lahm. HEUTE weiß ich, dass weder der Hobbit noch Michener lahm sind – um aber die Hürde zum gepflegten Bücherverzehr nehmen zu können, brauchte ich erstmal die richtigen Geschichten.
Welche das sind? Thriller. Psychothriller, um genau zu sein. Lieber Skandinavien als Amerika – ich glaube, dass das wenige Tageslicht da oben meinen Lieblingsautoren dabei hilft, sich dieses dunkle Zeug auszudenken. Verfilmt würde ich es nicht schaffen, auch nur eine einzige der Geschichten anzuschauen, die ich lesend mit Begeisterung wegatme. Aber wenn mir nur mein eigenes Gehirn als Leinwand zur Verfügung steht (der Vorteil des Buches gegenüber dem Film, wenn man mich fragt!), lasse ich mich gernst in die fiesesten Abgründe entführen, während ich auf dem Sofa kauere und versuche, Kuchen aufzugabeln und in den Mund zu arbeiten, während ich nicht die Augen vom Buch nehme.
Meine Helden sind derzeit auf jeden Fall Erik Axl Sund (die Viktoria Bergman Trilogie!) und Lars Kepler. Aber auch bei Simon Beckett habe ich bisher noch nix falsch gemacht.
Übrigens, mal unter uns: mein Vater, der meine Thrillerfreude teilt und den ich regelmäßig mit Lektüre versorge, sollte nicht wissen, dass ich mich traue, sowas Fieses zu lesen – deshalb habe ich ihm den zweiten Teil der o. g. Trilogie einfach nicht ausgeliehen, sondern ein erfolgreiches Ablenkungsmanöver mit Jussi Adler-Olsen zwischengeschaltet, kchch…

BETEN:

Übe ich.
Ich mache das weder so ordentlich (formal gesehen), noch so regelmäßig, wie ich es eigentlich von mir selbst erwarten würde. Mittlerweile fühle ich mich aber Gott sei Dank (!) der Macht der Liebe in meinem täglichen Leben und Weben oft so nah, dass ich eine Art gedankliche Standleitung pflege. Ich denke ganz oft etwas zu Gott hin und fühle mich damit insgesamt gesehen genug, so dass ich nur ab und zu konkrete Anliegen formuliere. Meine kopfinterne Rätselfrage lautet aktuell, ob wir Menschen nicht in jedem unserer Atemzüge den Namen Gottes äußern und wenn ja, ob das dann schon als Gebet gilt.
Muss Gebet denn immer mit Bittedankeamen sein? Es soll ja alles, was Odem hat den Herrn Loben – nicht alles, was Bittedankeamen sagen kann. Ich denk mal weiter drüber nach, freue mich auch über anderer Menschen Gedanken dazu und sage in irgendeinem Blog dieser Welt Bescheid, wenn mir irgendwas Meldenswertes dazu kommen sollte.

LIEBEN:

Tue ich.
Meine Kinder, meinen Mann, die Nordsee. Ich liebe den Wind und die Gesellschaft lieber Freunde. Ich liebe es zu lachen, bis ich kreische und zu singen, als würde keiner zuhören. Andere Menschen zu lieben heißt für mich, mich von ihren Meinungen, ihrer Art sich auszudrücken, von ihrem ganzen Sein überraschen zu lassen. Ich äußere Liebe, indem ich versuche, die Freiheit des Anderen zu schützen. Zumindest versuche ich das.
Aber versorgen mache ich auch gern. Ich möchte, dass meine Geliebten satt sind und es warm haben. Maslowsche Bedürfnispyramide von unten her bezwingen sozusagen. Ja. Lieben. Ich finde Lieben gut.

RAPPEN:

Kann ganz, ganz schlimm sein.
KANN aber auch gut sein! Ich bin Fan von Smudo, bzw. Le Smou. Weil er es kann.
Und ich höre oft und gerne Eminem im Auto. Huhuuu, gefährlich! Ich finde, dass Rap – wenn die Texte, wie zB bei Badboy Eminem dicht, schnell, witzig und/oder scharfzüngig sind – eine tierische Kunstform ist!
Musikalischerseits ist HipHop sowieso die best-tanzbare Musik, wenn man meinen Hintern fragt – wenn diese dann mit Wortwitz und musizierter Schläue textlich angereichert wird, ist doch eigentlich alles gut, oder was? Keine Ahnung, wie man das anders sehen könnte…
Man muss übrigens immer auf der 3-und „A“ machen. Dies als kleiner Tipp von mir altem, knallharten HipHop-Gangsta. There’s a Slim Shady in all of us!
Ich höre zwar auch sehr viel, sehr andere Musik – wenn aber jemand RAPPEN kann, muss er wegen mir sonst nicht viel können. Lesen zB.

Danke für die Einladung und Gastfreundschaft in diesem zauberhaften Blog! Ich wünsche Liebe, gute Lektüre und immer ein „A“ auf der 3-und!
Love, Johanna

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LesenBetenLieben ist eine Serie, in der tolle Menschen ihre Gedanken und Erfahrungen in Sachen readpraylove mit uns teilen. Dass Johanna für diese Folge zugesagt hat (obwohl wir uns bisher noch nie begegnet sind *g*), freut und ehrt mich total! 🙂
– Ich bin jetzt eine Woche offline. Aber hey – ihr seid groß und könnt auch ohne mich kommentieren. Gunnar passt dann auf, dass alles anständig bleibt … 😉

LesenBetenLieben – Sonntag geht’s weiter!

Wird aber auch echt mal Zeit, dass es nach Teil 1 der LesenBetenLieben-Serie endlich weitergeht.

Und, tadaaa, am Sonntag ist es so weit:
Ich freu mich volle Lotte, dass die großartige JOHANNA KLÖPPER zu Gast sein wird. 🙂

Johanna ist Hospizfrau, Autorin, Mutter und wer-weiß-nicht-was-noch-alles. Und sie ist mir ein Bloggerinnen-Vorbild.

Ihr könnt euch ja mal die Zeit bis Sonntag auf ihrem Blog „heiligersenf“ vertreiben. Oder ihr lest Johannas Buch „Leben ist das neue Sterben“ , das sie im vergangenen Herbst veröffentlicht hat. Oder ihr hört in die alte Hossa-Talk-Folge, in der sie zu Gast war und durch die ich auf sie aufmerksam geworden bin. Oder, wenn ihr mehr so auf Fernsehen steht, ihr schaut euch die brandaktuelle Folge von  Tiefsehtauchen an. Oder alles?!

Ach – macht doch, was ihr wollt! 😉 Aber kommt in jedem Fall Sonntag wieder, wenn es heißt: LesenBetenLiebenRappen … mit Johanna Klöpper.