Ja, mit Gottes Hilfe.

Seit gestern ist es entschieden:
Im Sommer werden wir als Familie nach Wuppertal umziehen. Dort werde ich ab dem kommenden Studienjahr an der Evangelistenschule Johanneum unterrichten und in der Hausgemeinschaft mitleben.

Natürlich habe ich großen Respekt vor dieser verantwortungsvollen Aufgabe. Aber gleichzeitig freue ich mich über und auf dieses riesige Privileg!
Theologisches Arbeiten und gemeinsames Leben – dass Beruf und Berufung für mich jetzt an diesen Stellen zusammenkommen, fühlt sich richtig (und) wundervoll an!

Deshalb sage ich fröhlich „Ja“ zu den neuen Wegen.
Im Wissen darum, wie sehr ich auf „Gottes Hilfe“ (auch) an dieser Stelle angewiesen bin – und zwar nicht als nettem Zusatz, sondern als alles erst möglich machende Grundlage.

Ach, und übrigens: Wir werden dann in einem großen Haus auf dem Johanneums-Campus wohnen und haben viel Platz für Besuch.
Also: Wenn ihr mal in der Nähe seid (oder wenn ihr Lust habt, in die Nähe zu kommen): Schon jetzt herzlich Willkommen! 🙂

Freier Wille beim Friseur

Gestern war ich bei meiner Friseurin.
Die türkischstämmige Frau und mich verbindet so einiges. Wir sind in etwa gleich alt, wir haben beide Kinder – und vor allem: Hanife und ich glauben beide an Jesus.

Seit wir das festgestellt haben, sind meine (allerdings ziemlich seltenen) Friseurbesuche in der Regel mit spannenden Gesprächen verbunden.

Ein bisschen skurril finde ich das ja schon auch immer (- mein Fehler?! Sollte es nicht vielmehr natürlich sein?): Aus dem Radio dudelt belangloser Pop des Lokalsenders, Kunde und Friseurin neben uns unterhalten sich über die Bierpreise in Skigebieten – und wir besprechen tief-geistliche Themen.

Meinetwegen hätten wir dieses Mal durchaus auch bei Smalltalk bleiben können. Nach einer extrem gewinnbringenden, aber auch sehr kräftezehrenden Prüfungs- und Seminararbeits-Phase ist in dieser Woche nämlich mein Plan, das Gehirn ein bisschen auslüften zu lassen. Oder, wie Johann Georg Hamann, von dem ich letzte Woche viel gelesen habe, so schön an Herder schreibt: „Denken Sie weniger und leben Sie mehr.“ 😉

Ich sitze also genüsslich schweigend im Frisierstuhl und lasse mich entspannt vom Radio- und Gesprächsgeplänkel berieseln.
Da erzählt Hanife aus dem Nichts von ihrem Vater, der im Sterben liege und den sie kurz zuvor besucht habe und der, so sagt sie, aus Angst vor dem Tod das Leben nicht loslassen könne.
Zack. Da sind wir also bei den Themen Krankheit und Sterben. Und dabei, wie man sich auf den Tod vorbereiten kann. Und was es für einen Unterschied macht, wenn man als ChristIn eine schwere Diagnose bekommt.

„Gott kann alles heilen“, sagt Hanife bestimmt.
„Ja …“, sage ich vorsichtig, „das glaube ich schon auch. Aber – manchmal tut er es eben nicht.“

Sofort bestätigt sich, was ich schon geahnt habe: Das kann, das will die Frau neben mir nicht hören.
Sie setzt die Schere ab, richtet sich auf, blickt mich durch den Spiegel an und flüstert ehrlich betroffen, fast beschwörend:
„Doch! Doch – er tut es. Du musst glauben! Dann ist alles möglich!“

In den kommenden Minuten muss Hanife noch öfter ihre Arbeit unterbrechen, um ihren zunehmend besorgten Gesprächsbeiträgen mehr Gewicht zu verleihen. (Glücklicherweise ist das Friseurgeschäft am Dienstagmorgen ungewöhnlich leer und offenbar ist sie nicht in Eile.)
Die Erfahrungen, von denen ich berichte, wo Menschen mit beeindruckendem Gottvertrauen an schweren Krankheiten gestorben sind, lässt sie nicht gelten. Vielmehr scheint sie im Laufe der Unterhaltung Zweifel zu bekommen, „ob ich Jesus überhaupt schonmal richtig erfahren hätte“?! Die Behauptung, Gott würde eine/n Glaubende/n manchmal nicht heilen, scheint ihr fast körperliche Schmerzen zu bereiten.

„Nein!“, sagt sie immer wieder und schüttelt heftig den Kopf. „Gott heilt alles! Du musst wirklich glauben. Du kannst dich entscheiden, richtig zu glauben. Deshalb haben wir doch einen freien Willen! Wir können uns entscheiden, zu glauben! Und dann heilt Gott alles!“

Oha. Da ist er also mal wieder, der „Freie Wille“.
Gefühlt finde ich mich in letzter Zeit ständig in Gesprächen wieder, in denen fromme Menschen (auch gerne mal irr(ig)erweise unter Berufung auf Luther) den freien Willen hochhalten.
Ich glaub, das hat schon vor einem Jahr angefangen, als ich mich zweimal kurz hintereinander bemüßigt fühlte, in Online-Diskussionen einen in etwa identischen Beitrag zu schreiben. (Nämlich hier in Bithyas gemigblog und hier unter der interessanten „Hölle, Hölle, Hölle vs. Allversöhnung“-Podcastfolge bei den – leider in letzter Zeit verstummten?! – Jungs von fromm+frei.)
Und seitdem ist mir die Thematik öfter „in real life“ begegnet: „Gott hat uns doch einen freien Willen geschenkt“, betonten die unterschiedlichen GesprächspartnerInnen. Ergo: Wir können uns enscheiden! 
Entscheiden zu glauben, entscheiden, genug zu glauben, entscheiden, richtig zu glauben. Entscheiden, ob wir mehr Lust haben, nach dem Tod bei Gott zu sein oder ob wir doch eher bevorzugen, eine Ewigkeit lang in der Hölle zu schmoren.
Und nun können wir uns also auch noch entscheiden, ob wir lieber gesund werden oder lieber krank bleiben (beziehungsweise im Extremfall sogar lieber an einer tödlichen Krankheit sterben) möchten.

– Merkwürdig, dass und warum so vielen Menschen die Wahl anscheinend schwer fällt.

Ich erzähle Hanife, wie befreiend ich die Entdeckung finde, dass sogar mein Glaube schon Geschenk ist. Dass mein Heil – und in unserem Gedankenspiel: auch meine Heilung – allein in Gottes Händen liegen. Dass ich das als Kern dessen verstehe, was wir „Gnade“ nennen. Bedingungs-los: Geliebt, gerettet. Und dass das alles ja nicht ausschließt, uns in und mit unserem Leben als „zur Ver-Antwortung fähig“ zu begreifen.

Ja, Gnade findet Hanife auch gut. Aber trotzdem: Wir müssten doch glauben. Und dürften nicht befürchten, dass Gott uns vielleicht nicht heilt. Nicht zweifeln. Nicht so klein von Jesus denken …

Unser Gespräch dreht sich im Kreis.
Und irgendwann beschließt Hanife, dass sie fertig ist mit dem Haarschnitt.
Die letzen Minuten hatte sie nach meiner Einschätzung sowieso nur noch hier und da ein bisschen was „nachgebessert“ – vermutlich in der Hoffnung, dass ich irgendwann zur Einsicht käme.

„Okay“, sagt sie, sichtlich mitgenommen. „Ich lasse dir deine Meinung und du lässt mir meine.“

Darauf können wir uns leicht einigen. (In dieser Hinsicht ist diese Begebenheit wohl immerhin noch eins der besseren Beispiele von „christlicher Uneinigkeit“.)

Wir verabschieden uns freundlich. Aber auch irgendwie distanziert.

Ich bin ziemlich sicher, dass Hanife jetzt für mich betet. Darum, dass Gott mir „richtigen Glauben“ schenkt und dass ich nicht mehr „zu klein von ihm denke“.
Das finde ich eine durchaus schöne Vorstellung. Also, dass sie für mich betet. Und ja, schon auch, dass ich noch größer von Gott denken könnte …
Denn tatsächlich hinterfragt mich diese Begegnung ja. Habe ich es mir vielleicht zu gemütlich gemacht in meinem auf- und abgeklärten Glauben? Könnte, sollte ich mehr mit Gottes Eingreifen rechnen, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen?

Gleichzeitig: Ja, ich hab gestern auch für Hanife gebetet. Dass Gott ihr im Zweifelsfall diese Freiheits-Revolutions-Erfahrung gibt: zu merken, wie seine Treue auch dann noch hält, wenn wir Menschen keinen Glauben mehr zusammenkratzen können.
Und ich wollte eigentlich beten, dass Hanife das niemals erleben muss: Wie Menschen sterben, während und obwohl sie tief und fest an Jesus glauben.
– Aber dann war ich unsicher, ob das ein angemessenes Gebet ist …?

Puh.
Etwas zu viel bedeutende Gedanken für meine Urlaubswoche, wenn ihr mich fragt …
Ich werde sie also erstmal wieder wegschieben.

Aber das halte ich (zum wiederholten Male) fest: Ich muss endlich noch einmal Luthers Schrift „De servo arbitrio“ (Vom unfreien Willen) gründlich lesen!
Hm. Vielleicht nächste Woche, wenn ich mit dem „Gehirn-Lüften“ fertig bin … Oder spätestens im Zuge des verheißungsvoll klingenden Moduls „Theologie der Evangelisation“, das ich im Sommersemester belegt habe.

„De servo arbitrio“ steht schon so lange auf meiner To-Read-Liste. Und ich krieg’s einfach nicht gebacken.
Naja, so viel ist jedenfalls klar: In diesem Fall scheitert es nun wirklich an anderen Komponenten als an meinem unfreien Willen. 😉

 

 

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Happy Birthday, Rosa Parks!

Ab morgen beginnt die Wintersemester-Prüfungsphase. Puh – so viele spannende Dinge, um die es da geht. (Und potenziell alles Fässer ohne Boden. Ich meine – wann bitte ist man denn zum Beispiel in Sachen Theologie des NT „fertig mit Lernen“?? Genau: nie. *g*)

In den letzten Tagen hab ich also viel Zeit damit verbracht, mich in den Rausch zu lesen und zu denken. 😉
Aber zwischendurch brauchte ich immer mal ein paar ganz andere Gedanken. Und so bin ich irgendwann dabei gelandet, mir ältere Sachen von 2Flügel anzuhören.

Und da begegnete sie mir und sprach mich an: Rosa Parks.
Jene Afroamerikanerin, die Mitte der 50er-Jahre in den USA ihren Sitz im Bus nicht für einen Weißen räumte. Die einfach sitzen blieb. Die sitzen blieb und damit einem Aufstand den Weg bahnte.

Wenn ihr das 2Flügel-Stück nicht kennt, schaut mal hier (ab Minute 17:30 – aber auch der Rest ist erwartungsgemäß lohnend; geistreich und begeisternd):

Wie gut, dass sie mich ansprach, die Rosa.
„Astrid“, sagte sie,
„das mit dem Lernen ist ja schön und gut.
Aber vergiss über allem Denken nicht das Tun.
Vergiss über allem Wissen nicht den Mut.

Und da hat sie wohl Recht, die Bürgerrechtlerin.
Rosa Parks.
Heute vor 105 Jahren ist sie geboren.
Ich hab in ihren Geburtstag reingefeiert. Und ein Bier getrunken in Gedenken an sie.
Und ich hab gebetet. Gebetet, dass auch ich den Mut habe, zu meinen Überzeugungen zu stehen. Oder, wenn nötig, für sie sitzen zu bleiben.
Auch dann, wenn es etwas kostet.

 

 

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Im Anfang:

Da bist du also, 2018.
Unberührt und frisch.
Geheimnis- und verheißungsvoll.
Berstend vor Möglichkeiten.

(Nicht unbelastet, natürlich nicht.
Schon jetzt machen auch sie sich bemerkbar:
Die Unmöglichkeiten. Die Fragezeichen. So manche Schatten.
Aber doch:)

Er ist noch mit Händen zu greifen.
Dieser Zauber, der jedem Anfang innewohnt.
S
eit jenem ersten Anfang.
Faszinierend, herausfordernd, verlockend.
Und auch: Unsicher. Unübersichtlich.
Potenziell riskant, gefährlich sogar.

—–

Im Anfang: in(-)dem Gott die Welt erschuf
– die Erde war tohu wa bohu und Finsternis über der Urtiefe –
da bebte Gottes-Sturm-Kraft über den Wassern

Tohuwabohu. Chaos, schier undurchdringlich. Wüste Leere. Dunkle Abgründe. –
Doch: Nichts davon kann Gottes kreatives Anfangen aufhalten.
Über allem: Gotteskraft! Stürmisch, zitternd, tosend, flatternd, bebend.
Pures Potenzial. Kraft im Werden. Wunder auf frischer Tat.

Im Anfang: in(-)dem Gott die Welt erschuf
– die Erde war tohu wa bohu und Finsternis über der Urtiefe –
da bebte Gottes-Sturm-Kraft über den Wassern
und Gott sprach: Es werde Licht.
Und es geschah: Licht!

Jawohl, da sind bedrohliche Tiefen. Da sind tosende Fluten. Da ist Dunkel, durch das alles noch beängstigender wird.
Aber:
Gott spricht.
Gott spricht und es geschieht.
„Es werde“. Und es wird!
Gott spricht.
Ein Wort, aber nicht im Buchstabensinn.
Geschehnis!
Im Anfang: Das Licht der Welt.
Es wird hell.
Der Anfang geht weiter.

Im Anfang: in(-)dem Gott die Welt erschuf
– die Erde war tohu wa bohu und Finsternis über der Urtiefe –
da bebte Gottes-Sturm-Kraft über den Wassern
und Gott sprach: Es werde Licht.
Und es geschah: Licht!
Und Gott sah das Licht – echt gut!
Da schied Gott zwischen dem Licht und der Finsternis
und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht.
Und es geschah: Abend und es geschah: Morgen – ein erster Tag.

Gut ist es, das Licht!
Und die Finsternis …?
Immer noch bleibt sie. Und offenbar gehört sie dazu. Zum Ganzen. Zur Welt. Zum Leben.
Aber: Sie kriegt ihren Platz zugewiesen. Sie hat jetzt Grenzen, immerhin. Sie kriegt einen Namen. Und sie wird in Beziehung gesetzt: zum Licht.
Abend. Aber auch: Morgen!
Und dann erst: ein erster Tag.

—–

Ein erster Tag.
Ein erster Tag, auch heute.
Unberührt und frisch das Neue.
Geheimnis- und verheißungsvoll.
Berstend vor Möglichkeiten …
Echt gut! Wenn auch nicht alles.
Abend und Morgen, Nacht und Tag, Finsternis und Licht.

Ich brauche dich, Gott!
Ich brauche es, dass du die Finsternis in Schach hältst; in der Welt, in meinem Leben, in mir.
Bitte sprich: Licht-Worte, die alles ändern.
Unterscheide, trenne, kläre. Weise allem den richtigen Platz zu.
Hilf mir, die Dinge beim Namen zu nennen.

Und: Hör nicht auf, anzufangen!
Mach weiter: Schaffe Leben, schaffe Frucht, schaffe dein Bild.

Ich brauche dich, Gott.
Sturm-Kraft. Wort-Geschehen. Unterscheider. Im-Chaos-Wirkende. Licht-Quelle. Gut-Heißer.
Heute, im Anfang.
An den kommenden 364 Tagen.
Immer.

 

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„… sein ist auch die Ewigkeit“

„Mein Sterbebett steht im Advent.“

Das soll Burkhard Weber wenige Tage vor seinem Tod am 12. Dezember 2016 gesagt haben.

Jetzt, wo wieder Advent ist, denke ich öfter an diesen Satz.
Und ich denke an Burkhard.

Unvergessen ist er noch immer.
Unvergessen so viele Begegnungen.
Unvergessen all die Anregungen, Anstöße, Sätze, Gedankengänge, Weisheiten, die ich ihm verdanke.
Unvergessen, unvergesslich.

Allein schon durch mein Theologiestudium denke ich häufig an Unterrichtsstunden bei Burkhard zurück. Und ich merke wieder an allen Ecken, wie sehr er – und die gesamte Ausbildung am Johanneum – mich geprägt haben.

Bezeichnenderweise leuchtet die Erinnerung an „den großen Gesprächspartner“ Burkhard aber besonders oft in persönlichen Gesprächen auf.
„Burkhard Weber, der frühere Direktor des Johanneums, der hätte jetzt vermutlich gesagt …“ – So oder so ähnlich hab ich mich in den letzten Wochen mehrfach zu Mitstudierenden reden hören. Um dann etwas Kostbares weiterzugeben, das mich bis heute bereichert.

Heute, an Burkhards Todestag erinnere ich mich bewusst an diesen besonderen Mann.
Ich danke Gott für die nachhaltigen Segensspuren, die er in meinem Leben hinterlassen hat.

Und ich denke an Burkhards Beerdigung.
An diesen bewegenden Tag, der in aller tiefen Trauer von einer noch viel tiefgreifenderen Hoffnung durchdrungen war.

In besonderer Erinnerung ist mir das Lied „Meinem Gott gehört die Welt“ geblieben, das wir beim Gottesdienst in der Erlöserkirche gesungen haben. So weit ich weiß hat Burkhard das selbst ausgesucht.

Meinem Gott gehört die Welt,
meinem Gott das Himmelszelt,
ihm gehört der Raum, die Zeit,
sein ist auch die Ewigkeit.

Ich hatte dieses Lied mit dem Text von Arno Pötzsch vorher schon Jahre lang nicht mehr auf dem Schirm gehabt. Irgendwo hinten in meinem Kopf war es unter „Kinderlieder“ abgespeichert und fast vergessen.
Aber bei der Trauerfeier hat es mich tief berührt.
Mit seinen schlichten und gleichzeitig großen Worten und mit dem kindlichen Vertrauen, das es ausdrückt, passte dieses Lied so wundervoll zu Burkhard.
Und was war es für ein Trost, mit vielen hundert anderen Menschen die Abschlussstrophe zu singen (- bzw. sie sich von Leuten, deren Stimme gerade nicht versagte, zusingen zu lassen):

Leb ich, Gott, bist du bei mir,
sterb ich, bleib ich auch bei dir,
und im Leben und im Tod
bin ich dein, du lieber Gott!

Wow.

Advent – das heißt für mich seit letztem Jahr noch einmal mehr:
Der, um dessen Kommen es hier geht, bringt wahrhaftig Licht in die Dunkelheit.
Selbst Sterbebetten umhüllt er mit adventlicher Hoffnung.

Komm, o mein Heiland Jesu Christ

Letzten Samstag beim Dorfweihnachtsmarkt.
Auf dem Parkplatz des EDEKAs haben lokale Geschäftsleute und Vereine für einen Nachmittag so einiges auf die Beine gestellt. Es gibt Glühwein und Stollen und ein paar weitere Verkaufsstände. Ein LKW-Anhänger dient als Bühne.

Wir sind zur Eröffnung um 15 Uhr da – unsere Tochter hat einen Auftritt 🙂 mit dem Kindergarten.
Aber bevor die lampenfiebrigen Kids ihre Lieder vortragen dürfen, werden wir von vorne ausgiebig begrüßt. Vom Moderator, dem Vorsitzenden der organisierenden Interessengemeinschaft. Und vom Bürgermeister unserer Kommune.

Die beiden beschwören die „besinnliche Zeit“ herauf, die nun beginne und freuen sich, dass wir „uns jetzt gemeinsam darauf einstimmen können“.
Ich höre: „Bei Weihnachten geht es ja nicht um Kommerz.“

Stimmt, denke ich.
Sondern – wartet, worum nochmal …?

„Dass man wieder Zeit füreinander hat“, wissen die Herren vorne. Und scheinbar irgendwie um Frieden. Darum, „den Schwachen nicht zu vergessen“. Ja, und es sei doch vielleicht dran, ermahnt uns der Moderator nicht ohne Pathos, die Weihnachtstage zu nutzen, um wirklich mal „in sich zu gehen“.

Ich umklammere Gunnars Arm, wie häufig, wenn ich etwas höre, was mich fassungslos zu machen droht.
Ich gehe innerlich auf ironische Distanz – und merke es sofort – und schäme mich ein bisschen.
Aber vergeblich bemühe ich mich um eine positivere Sicht.
Es bleibt eine schale Mischung aus Traurigkeit und … – Leere?!

Natürlich ist es traurig, dass die Advents- und Weihnachtszeit zur Kommerzzeit verkommen ist. Und das ist sie ja nicht nur bei „den andern“. Seit Wochen puzzeln Gunnar und ich an dem Masterplan, welches Kind (und welches Patenkind und wer nicht sonst noch alles) wann von wem was geschenkt bekommt. Ich finde das anstrengend, in mehrfacher Hinsicht. Ich weiß natürlich, dass im Advent etwas anderes im Vordergrund stehen sollte. Aber bisher haben wir es noch in keinem Jahr hingekriegt, die Lage an der Geschenke-Front signifikant zu entspannen.

Mittlerweile singen die Kindergarten-Kinder.
Sie machen das toll.
Unsere Tochter ist in einer guten AWO-Einrichtung mit engagierten Erzieherinnen. Wir sind sehr zufrieden dort.
Aber jetzt ist wieder einer dieser Momente, wo ich es schon schade finde, wie rigoros alle konfessionellen Elemente (oder sollte ich nicht besser schreiben: Grundlagen?!) aus den Jahresfesten eliminiert werden.
Klar, nach all den Kindergartenjahren habe ich schon so manchen belanglosen „weltlichen Schlager“ richtig lieb gewonnen: „Milli und Molli, zwei nette Kühe wollen mit Laternen gehn“ beim Laternenfest zum Beispiel. (Oder, auch schön, zur Yellow-Submarine-Melodie gegrölt: „Wir ziehn heut mit Laternen durch die Nacht – HEY!“ *g*)
Aber jetzt gerade sind Lieder wie „Oh wei-wei-Weihnachten“ (der Weihnachtsmann hat sich ein Bein gebrochen und kann die Geschenke nicht bringen – glücklicherweise springt der Rest der Märchenwelt ein, denn sonst wäre ja Weinachten dieses Jahr „futsch“ …) not exactly what I need.

Was also setzen wir nun gegen oder doch zumindest neben den Geschenke-Wahnsinn?
Das, was uns bei der Begrüßung ins Gewissen geredet wurde?
„Besinnlichkeit“? „In-uns-gehen“? In diesen dreieinhalb Advents-Wochen mal alle Konflikte unter den Teppich kehren?

Die Tanz-AG der Grundschule übernimmt.
Schwarzgekleidete Mädels mit rotem Tüllrock und Weihnachtsmannmütze tanzen erst zu „Galway Girl“ und dann zu einem seichten amerikanischen Christmas-Popsong, in dem für meinen Geschmack etwas zu viel Glöckchen-Gebimmel und vor allem zu viele „Wir-haben-uns-alle-lieb“-Phrasen vorkommen.

Muss ich jetzt also – neben all dem Stress, den ich mit den Geschenken schon habe – auch noch dieses „Love, Peace and Harmony“-Ding hinkriegen? Und zwar aus eigener Kraft?
Oha. Wenn das die Adventsbotschaft wäre, dann würde ich mich aber mal ganz schnell zu den Jungs vom Männergesangsverein an den Glühweinstand begeben und dort sehr, sehr lange bleiben. Und ich befürchte, selbst so könnte ich mir die Sache nicht schöntrinken.

Wir gehen nach Hause.
Es war nett irgendwie. Wirklich.
Unsere Tochter ist stolz und fröhlich.

Aber in mir überwiegt die dumpfe Ahnung:
Auf den Advent „eingestimmt“ bin ich noch lange nicht.
Überlagert von der ehrlichen Traurigkeit: Wie viele Menschen leben völlig vorbei an dem Geheimnis des Advents …?!

Da ist sie. Und sie wächst. Nicht ohne Tendenz zu verzagen. Aber doch unaufhaltsam, trotzig. Diese Sehnsucht, die Gewissheit:

Ich möchte das nicht.

Ich möchte mich nicht ziellos besinnen.
Ich möchte nicht einfach so „in mich gehen“. Schon gar nicht mit dem irren Anspruch, in mir selbst genug „Frieden“ und „Liebe“ zu finden, um die wahre Bedeutung von Advent und Weihnachten gegenüber all dem Kitsch und Konsum (ja, auch meinem!) zu retten.

Ich sehne mich nach Jesus.
Ich sehne mich nach dem heruntergekommenen Gott.
Nach Gott, der sich klein genug gemacht hat für eine Krippe in Bethlehem.
Und demütig genug für verfettete Menschenherzen wie meins.

Ich sehne mich nach Jesus.
Ich sehne mich nach dem „König der Ehre“.
Nach der mächtigen „Ich-bin-der-ich-bin“-Gottheit, stärker als alles.

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch.

Ich möchte diese alten Worte aus Psalm 24 mit so vielen Christen und Christinnen vor mir auf die Ankunft von Jesus hin lesen.
Ich möchte singen, ich möchte beten:

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.

Ja, komm, Herr Jesus.
In mein Herz, in mein Leben.
Wenn ich besinnungslos vor mich hinlebe.
Und auch, gerade auch, wenn ich versuche, mich zu besinnen.

Komm in meinen trubeligen Advents-Alltag.

In dunkler werdenden Tagen. Im grellen Kaufhaus-Licht.

Ich will deine Ankunft erwarten.

 

 

 

Beitragsbild: markusspiske/pixabay

Stützpfeilerinnen

Neulich in der Vorlesungspause.

Zwei Mädels unterhalten sich über gender-sensible Wortendungen. Eine Kommilitonin sagt zur anderen:
„Also, mein Wert hängt ja nicht davon ab, dass man hinter jedes Wort noch ein „-in“ hängt.“
Die andere gibt ihr lächelnd Recht.
Ich mische mich ein, quer durch den Raum: „Also – mir ist das schon wichtig.“

Ich sage das unaufgeregt. Als Info. Ich-will-einfach-was-gesagt-haben. Ohne Ambitionen, in eine Diskussion einzusteigen.
Und so entsteht auch keine.
Aber im Nachhinein denke ich: Hätte ich mich nicht vielleicht doch ein bisschen aufregen sollen?! Warum habe ich die jungen Schwestern (die ich übrigens sehr gut verstehen kann, weil ich in ihrem Alter genau so gedacht und geredet habe) nicht darauf hingewiesen, dass es aus meiner Sicht gar nicht geht, was sie da sagen?!

Denn ist das nicht furchtbar arrogant?
Was soll denn das heißen? Was ist denn das für ein Argument bzw. für ein Nicht-Argument:Mein Wert hängt nicht davon ab?“
Heißt was? „Im Gegensatz zu den bemitleidenswerten, dummen Emanzen-Frauen, die ihren Wert daraus ziehen müssen, dass andere Leute ChristIN, MitarbeiterIN, EvangelistIN, StudentIn sagen??“
Oder wie sonst ist das gemeint …?

———–

Es ist schon einige Jahre her, da haben wir Silvester mit zwei befreundeten Familien gefeiert. Die Kinder haben gespielt, sich unter Decken versteckt und damit Buden gebaut. Irgendwann stand meine Tochter, damals vier oder fünf Jahre alt, in der Mitte unter einer Decke und rief laut: „Ich bin die Stützpfeilerin!“ – Ich weiß noch, wie mich einer unserer erwachsenen Besucher mit einer Mischung aus (ein wenig) Belustigung und (ziemlich viel!) Befremdung anschaute. 😉

Aber ich dachte damals und denke heute: So what?!
Mittlerweile weiß dieses Mädchen durchaus, dass das maskuline Wort „Stützpfeiler“ in einem solchen Fall der angemessenere Begriff ist.
Aber in anderen Situationen nutzt sie anstelle des gebräuchlichen „kollektiven Maskulinums“ in einer großen Selbstverständlichkeit korrekte feminine Wendungen. (Wenn sie einen Vorsorgetermin hat, dann sagt sie zum Beispiel: „Ich gehe zur Ärztin“ und nicht „Ich gehe zum Arzt“.)
Und das finde ich großartig! Weil ihre Sprache unfassbar großen Einfluss darauf hat, wie sie die Welt versteht. Und somit auch, welche Möglichkeiten sich ihr in dieser noch immer männlich dominierten Welt erschließen.

———–

Nein. Mein Wert hängt auch nicht davon ab, dass mich jemand als StudentIN, EvangelistIN, ChristIN, MitarbeiterIN bezeichnet. – Gott sei Dank nicht. Denn sonst sähe das auch häufig ziemlich düster aus mit meinem (Selbst-)Wert …

Aber doch: Ja! Ich freue mich, wenn sich Leute um eine „gerechte Sprache“ bemühen. Ich fühle mich wahrgenommen und wertgeschätzt.

Und mehr noch: Ich glaube tatsächlich, dass es etwas verändert.
Ich glaube, dass ein sensibler Umgang mit geschlechtsspezifischen Begriffen die Gleichbehandlung von Männern und Frauen fördert.

Oder andersrum ausgedrückt – ich befürchte bzw. ich nehme wahr: eine Sprache, die nur Christen, Pastoren, Jesus-Nachfolger und Evangelisten, (und Chefs, Studenten, Professoren, Kollegen, Freunde, …) kennt, eine solche Sprache bestätigt und festigt (christliche) Strukturen, in denen Frauen Menschen zweiter Klasse sind.
Und damit wird sie sozusagen zur „Stützpfeilerin“ 😉 eines unguten Systems.

 

 

Beitragsbild: PublicDomainPictures/pixabay

Weiter denken.

Mit 16 Jahren hab ich begonnen, Saxophon zu spielen.
Es war Liebe von Anfang an.
Eine ganze Zeit lang hab ich exzessiv geübt. Jeden Tag. Und auch nach der extremen ersten Phase hätte ich mir kaum ein Leben „ohne“ vorstellen können. Es wäre mir ehrlich schwer gefallen, längere Zeit nicht zu spielen.

Aber einmal ist was Krasses passiert.
Ich war mit Gunnar im Mindener Jazz-Club bei einem Konzert des Saxophonisten Bill Evans. Mit am Start eine absolute All-Star-Band.
Niemals vorher hatte ich so eine (Konzert-)Erfahrung gemacht.
Die Musik war nicht von dieser Welt.
(Gerade hab ich mir ein paar aktuelle Sachen von Bill Evans angehört – und kann davon ausgehend meine Begeisterung nur noch in Teilen nachvollziehen. *g* Aber:) Damals live war es jenseits jeder Beschreibungsmöglichkeit.
Es ging so unfassbar nach vorne! Ich war vollkommen mitgenommen. Mitgerissen. Geplättet. Bis in die Tiefe getroffen. Begeistert. Und erschüttert.
Absolut unbegreiflich, was der Mann da mit seinem Instrument machte. Und was diese Musik mit mir machte!

Und während mich sonst Konzerte für mein eigenes Üben eher motiviert und inspiriert hatten, war dieses Mal das genaue Gegenteil der Fall.
Tatsächlich habe ich danach mehrere Tage selbst keinen einzigen Ton mehr gespielt. Ich konnte nicht.
Diese überirdische Musik war noch zu frisch in meinen Ohren. Ich konnte diese Klänge doch jetzt nicht mit meiner erbärmlichen Mittelmäßigkeit überlagern. Es ging nicht. Ich konnte mich nicht überwinden, mein eigenes Instrument anzufassen.
Wenn es möglich war, so vollkommene Musik hervorzubringen, und wenn ich doch genau wusste, dass ich niemals auch nur in die Nähe dieser Perfektions-Sphären kommen könnte – warum sollte ich es nicht gleich ganz lassen?!

Klar.
Die Phase ging vorüber. 🙂
Mein Kopf hat die Gesamtsituation wieder in den Griff gekriegt und sich an die (eigentlich nahe liegenden *g*) Antworten auf die „Warum-sollte-ich-trotzdem-spielen?“-Frage erinnert.
Weil es nicht genug überirdische Saxophon-Genies gibt, als dass sie allein den Welt-Bedarf an Saxophon-Musik stillen könnten zum Beispiel.
Oder auch das: Weil es Kontexte gibt, wo keine abgedrehten, funkigen Jazz-Improvisationen im Spartenclub gefragt sind, sondern etwa, sagen wir mal, solide Liedbegleitung im klassischen Landeskirchen-Gottesdienst.

Ich hab also wieder gespielt.
Aber ein Stachel ist doch geblieben. Die Ahnung, nein, die Erfahrung, was alles möglich ist … Und damit verbunden die herausfordernde Anfrage, ob nicht auch bei mir persönlich noch etwas mehr ginge. Ob ich nicht doch noch mehr investieren könnte und sollte …?!

Ich schreibe diesen kleinen „Schwank aus meiner Jugend“, weil er etwas illustriert, das ich gerade in meinem Theologie-Studium so erlebe.

In den ersten Wochen meiner Präsenz-Zeit hier in Marburg bin ich mir manchmal wie eine Lese-Maschine vorgekommen. 😉
Täglich neuer Stoff, immer viel zu viele lockende Bücher und Artikel.
Und darin: So viele spannende Gedanken. So viel Hilfreiches. Manches Unbequeme, das aber wohl auch gerade deshalb Gewinn bringt.

Aber zwischendurch immer wieder auch das:
Verstörend-atemberaubende Ideen! Unbegreiflich kluge, unnachahmlich kundige Argumentationen. – Denkwege von einer Komplexität, die mich völlig überfordern. Wo mir aus den Worten eine derartige Größe, eine solche Kühn- und Schönheit des Denkens entgegenkommt, dass ich Gänsehaut kriege.

Ja. Da kamen schon mehrmals solche „Bill-Evans-Konzert-Nachwehen“-Tendenzen auf:
Wenn es möglich ist, in solchen überirdischen Sphären nachzudenken (und tatsächlich sogar etwas zu formulieren!) über Gott und die Welt … Wie (und warum!) sollte ich es dann in meinen engen Begrenzungen überhaupt versuchen, Theologie und Philosophie „zu üben“?

Ihr ahnt, worauf ich hinauswill. 😉
Aber für mich war es durchaus erstmal ein Weg, das klarzukriegen.
Ich habe tatsächlich zwischendurch mal ein paar Tage Lese-Verweigerung und Denk-Pause und vor allem Formulierungs-Ferien gebraucht, bis ich bereit war für die auf der Hand liegenden Antworten auf die „Warum-trotzdem“-Frage:

Klar. Die geisteswissenschaftlichen Genies der Vergangenheit und Gegenwart können den Gesprächs-Bedarf über Gott und die Welt allein schon quantitativ nicht decken.
So wie John Coltrane und Bill Evans und Anna-Lena Schnabel nicht für die ganze Welt ausreichen: Karl Barth oder Hannah Arendt oder Thorsten Dietz können es allein auch nicht schaffen. 😉
Und auch hier gilt das andere: Es gibt genug Situationen, in denen es nicht nur in Ordnung, sondern eindeutig angebracht(er) ist, dass sich Verkündigung, Gespräche, ja sogar theologische Information auf einer „soliden Mittelmaß-Ebene“ befinden. Es ist wohl sogar so, dass diese Situationen klar überwiegen. 😉

Also ja.
Ich werde natürlich wieder lesen. Werde meine Hausaufgaben machen. Und auch mal ziellos in der Bib stöbern.
Ich werde mich weiter trauen zu denken.
Und ich werde auch wieder formulieren.
Fragen formulieren natürlich. Das ist einfach(er).
Aber nicht nur das.
Ich werde auch Aussagesätze wagen. Sätze über Gott und über die Welt.
Echte Aussagesätze.
Und als solche tollkühn. Die Wahrheit fast zwangsläufig einengend.
Und trotzdem will ich weiter etwas sagen und schreiben. Auch über Wirklichkeiten, die mir zu groß sind und bleiben werden.
Tapfer. Tastend. Unsicher. Unzureichend. Und gerade darin offen, gerade deshalb durchlässig für Wahrhaftigkeit.
In der Hoffnung darauf, in der Abhängigkeit davon, dass Gott sich erkennbar macht mitten in der Stümperhaftigkeit und Vorläufigkeit meines Denkens und Redens.


Aber daneben bleibt doch auch noch der Stachel … Diese Anfrage.

Nach dem Erleben, nach dem Er-lesen, was alles möglich ist …
Ob nicht auch bei mir persönlich noch etwas mehr ginge, um hier oder da von (m)einer Denk-Sphäre in eine neue Dimension 😉 zu wechseln.
Ob ich nicht doch auch noch mehr investieren könnte und sollte …?!

 

 

Beitragsbild: pixel2013/pixabay

Apropos Einheit.

Der Beschluss lautet:

Mauern einreißen.
Tanzen und jubeln.
Die Trennung, dieser Irrsinn, ist vorbei.
Grenzen öffnen.
Die Anderen, die Fremden, die Feinde umarmen.
Begegnungen suchen. Ungewohnt Klingendes verstehen lernen.
Gemeinsam leben.
Durch alle Schwierigkeiten hindurch.

Für wen das gilt?

So weit ich weiß für alle.
Egal, woher sie kommen. Geographisch, politisch, theologisch.
Ob von links oder rechts. Oder von irgendwo dazwischen.

Doch, wirklich. Sogar für uns Christ/innen soll das gelten.
Von nun an Brücken bauen. Anstatt andere von der Brücke stoßen.

Ab wann das in Kraft tritt?
Äh … also … nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.

 

 

Beitragsbild: Sarah_Loetscher/pixabay

Zweitausendzweiundzwanzig! (Und Zweitausendsiebzehn.)

Was ich noch sagen wollte: Haltet euch auf jeden Fall schon mal den 25.-29. Mai 2022 frei. 😉
Denn nach einem spannenden Überlegungsprozess ist es jetzt offiziell: 2022 wird es ein nächstes Christival geben. 🙂
Seit ich 1996 als Vierzehnjährige in Dresden bei meinem ersten Christival dabei war, bin ich Fan. Und ich hab seitdem keins dieser prägenden Festivals für junge Christinnen und Christen ausgelassen. (Okay – waren ja auch nicht sooo viele seitdem.)

Also, behaltet es schonmal (mindestens) im Hinterkopf.
Und dann treffen wir uns 2022 auf’n Kaffee, okay?

Ach so: Und falls ihr jetzt noch keine (Kaffee-)Dates für 2022 macht oder falls ihr denkt, dass ihr dann vielleicht für ein Junge-Erwachsenen-Festival zu alt seid (aber hey – ich werde ja auch hingehen *g*) oder falls ihr schon ein bisschen eher einen Kaffee mit mir trinken wollt:
Anfang November (2017 *g*) gibt es in Marburg, wo ich ja gerade studiere, den NEXTPLUS-Kongress für junge Erwachsene. Zum Thema „Wahrheit oder Pflicht“ werden dort unter anderem die fabelhafte Christina Brudereck und mein Systematik-Professor Thorsten Dietz am Start sein.

Sagt es weiter und/oder kommt selbst!

Also, was ist? Sehen wir uns?
(Dann könnten wir bei der Gelegenheit vielleicht auch direkt klären, ob wir dann in ein paar Jahren tatsächlich immer diesen Zungenbrecher „Zweitausendzweiundzwanzig“ aussprechen werden? Oder wird es dann etwa „Zwanzigzweiundzwanzig“ heißen? Brrr, hoffentlich nicht. Oder nur „Zweiundzwanzig?“ … – Naja, oder aber wir unterhalten uns dann einfach doch über wirklich Wichtiges. ;-))

 

 

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