Mahnmal

„Jumping on dead Jews“

Eigentlich müsste ich gerade für meine NT-Bibelkundeprüfung lernen, mich also unter anderem mit dem jüdischen Glauben im ersten Jahrhundert beschäftigen. Und mit jener erstaunlichen Christensekte, die zu der Zeit aus dem Judentum heraus entstand …

Aber seit ich gestern auf das neue Projekt des israelischen Satirikers Shahak Shapira gestoßen worden bin (checkt mal Shapiras facebook-Seite, das lohnt sich), bin ich auf sehr unsanfte Art mit meinen Gedanken im vergangenen Jahrhundert gelandet. Und in der Gegenwart.
Shapira kombiniert Selfies, die am Holocaust-Mahnmal gemacht wurden, mit Bildern der Schoah. Das ist verstörend und erschütternd.

Aber manchmal ist es eben richtig, innezuhalten und sich stören zu lassen.
Und ich befürchte sogar, dass das so notwendig ist wie schon lange nicht mehr: Hinschauen und hinhören. Partei ergreifen und Parteien kritisieren. Die Vergangenheit nicht vergessen und für eine friedliche Zukunft streiten. Politisch sein.

Und darum mute ich euch das jetzt zu: YOLOCAUST.

 

—— UPDATE, 23. Januar ——-

Gerade habe ich die Yolocaust-Seite noch einmal besucht. Von den zwölf Bildern letzte Woche sind mittlerweile nur noch vier online. Offenbar haben da einige Leute Shapiras Angebot angenommen und ihr Bild löschen lassen.
Dadurch bedarf der Titel dieses Posts jetzt der Erklärung. Er bezog sich auf das ursprüngliche Anfangsfoto, das zwei fröhliche junge Männer im Sprung über die Stelen zeigte. Es war mit dem Titel „Jumping on dead Jews“ ins Netz gestellt und -zigmal geliked worden.

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