Gesetz

Pharisäer/innen wie du und ich

Ich so:
„Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute; Hardliner, Ungebildete, Fundamentalistinnen – oder auch wie diese entsetzlich gesetzlichen Evangelikalen.
Ich höre zweimal in der Woche Worthaus oder Hossa Talk und mein handgebrühter Filterkaffee ist direkt gehandelt.“

Gott so:
„?“

8 Gedanken zu „Pharisäer/innen wie du und ich“

    1. Oh, gut, dass du fragst. 😉 Ich hab den Tag gerade in „Lukas-Evangelium“ geändert, dann wird es deutlicher. Die Zeilen sind stark inspiriert von Lukas 18,9ff …

  1. Vielleicht wäre es ein ganzes Stück bequemer tatsächlich wie die „anderen Leute“ zu sein. Dann wäre es leichter es einfach wie Jesus zu machen: Sie zu lieben.
    Gegenüber „Gleichdenkern“ freundschaftlich aufzutreten ist viel einfacher als die Vielfalt zu ertragen, bzw. sie sogar zu lieben.
    Ich frage mich immer wie Jesus es schafft so komplizierte Menschen wie mich zu lieben. Und gleichzeitig so besondere Menschen wie den heiligen Sören, die müde Astrid, und den Mann der immer im Gottesdienst einschläft wenn ICH predige…
    Sich einfach so zu ertragen, oder besser „anzunehmen“ wie der jeweilige andere ist, ohne zu richten, ohne zu vergleichen… Das kann ganz schön schwer sein.
    Wobei bei Astrid uns Sören finde ich das nicht so schwer. Aber bei dem Mann, der im Gottesdienst immer einschläft ist es schon eine Herausforderung.

  2. Hey, Isa, ich glaube, du hast da einen ganz wichtigen Aspekt eingebracht! Und zwar den Mann, der im Gottesdienst immer einschläft. Aus deiner Sicht ist das ganz eindeutig nachvollziehbar: wenn du da vorne stehst und predigst, stellst du fest: der pennt schon wieder. Und beziehst das auf dich bzw. deine Predigt. Ich bin ziemlich überzeugt davon, ich würde das in der Situation auch tun. ABER: ich habe auch so einen Mann. Und der tut das nicht, weil ihn die Predigt langweilt, sondern weil er oft bis tief in die Nacht arbeitet, denn das ist die einzige Zeit, wo ihn das Telefon nicht stört. Und irgendwann ist der Akku einfach alle. Es gibt auch Menschen, die unter Schlaf-Apnoe leiden und daher immer und überall einschlafen. Ich habe Rheuma, und das bringt manchmal auch Schlafattacken mit sich.
    Was ich damit sagen will: Auch wir schauen (Gott sei dank, sonst wäre das ja nicht auszuhalten) den Leuten nur vor die Stirn. Aber wir neigen dazu, nach diesem Blick unser Urteil zu fällen oder uns zumindest verunsichern zu lassen.
    Auch Astrid und Sören und du und ich, wir haben unsere Macken, aber wenn wir uns kennen und mögen, akzeptieren wir die ganz anders als bei den Leuten, die uns eher unsympathisch sind.
    Bei mir ist das übrigens ein Mann, der mir immer mal wieder nach dem Gottesdienst ungefragt seine üble Meinung über Muslime ohne irgendeine einleitende Bemerkung oder auch nur einen „Guten Morgen“-Gruß vor den Latz knallt. Und er tut das, weil er ganz genau weiß, dass ich anders denke als er.

    Genau wie du staune ich darüber, wie Jesus das alles schafft. Und genau wie du wünsche ich mir, dass wir das alles auch ein bisschen besser auf die Reihe bekommen. Und auch ich finde das oft sehr schwer und scheitere daran.
    Für mich selbst bin ich zu dem Schluss gekommen: Ich muss nicht alle lieben. Jedenfalls nicht in dem Sinn, dass ich mit allen eine Freundschaft anstrebe. Es reicht, wenn ich sagen kann: „XY, du bist zwar nicht mein Fall, aber du bist Gottes geliebtes Kind und ich begegne dir mit Höflichkeit. Mehr ist leider nicht drin.“

    Wenn wir uns dessen bewusst sind, dass wir in dieser Hinsicht genauso Probleme haben wie andere, haben wir dann nicht schon einiges erreicht? Auf dem Weg zum „Gott sei mir Sünder gnädig“?

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