Gute Frage zum Emmaus-Ehepaar:

Mein Supermarkt signalisiert mir zwar, dass Ostern jetzt vorbei sei. (Klar, für alle, die die bunten Eier seit Januar regelmäßig gekauft haben, reicht es jetzt vermutlich auch wirklich, was das angeht. *g*)
Aber ich schreib trotzdem heute was zu einer Ostergeschichte. Denn wär ja schlecht, wenn die Auferweckungs-Story schon nach einer knappen Woche nicht mehr aktuell wäre. Und immerhin ist ja auch im Kirchenjahr noch … – ach was, wisster selber, ’ne …! 😉

Ich war ja im März als Evangelistin bei einer JESUSHOUSE-Veranstaltung dabei.
Der Bibeltext für den letzten Abend war Lukas 24,13 ff.
Die Geschichte mit den Emmaus-Jüngern. Beziehungsweise möglicherweise die Geschichte mit dem Emmaus-Jünger und der Emmaus-Jüngerin. 🙂

Es geht mir gleich zwar noch um was anderes, aber dieser kleine Exkurs muss jetzt sein:
Ich musste tatsächlich erst Mitte 30 werden, bis ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal überhaupt mit der Möglichkeit in Berührung kam, dass es sich bei den beiden Jesus-Leuten in Lukas 24 vielleicht gar nicht um zwei Männer gehandelt hat. Sondern möglicherweise um einen Mann (dessen Namen wir ja sogar erfahren: Kleopas) und eine Frau.

Und in der Vorbereitung auf den JESUSHOUSE-Abend fand ich es auch nochmal echt spannend, wie selbstverständlich in eigentlich allen Kommentaren, die ich wahrgenommen habe, von zwei Männern ausgegangen wird.

Dabei ist das sprachlich überhaupt nicht zwingend: In V. 13 gehen „zwei von ihnen“ nach Emmaus. „Ihnen“, das wird im Abschnitt vorher ganz deutlich, ist eine größere Gruppe von Jüngern und ausdrücklich auch Jüngerinnen.

Auch rein sachlich wäre es doch sehr gut möglich, an ein Paar zu denken. (Zumindest jene Herren Ausleger, die als zweiten Jünger den Sohn des Kleopas in den Text hineinspekulieren, könnten doch auch dieser Variante wenigstens etwas Raum geben. *g*) Denn das wäre doch durchaus schlüssig, dass Kleopas mit seiner Frau gemeinsam Jesus nachgefolgt war – und sich jetzt gemeinsam mit ihr enttäuscht und desillusioniert auf den Heimweg macht. Zumal, darüber bin ich kürzlich nochmal gestolpert, im Johannesevangelium eine der Marias unterm Kreuz die „Frau des Klopas“ ist und ich in dem Zusammenhang die Vermutung gelesen habe, das könne gut die Frau des Emmaus-Jüngers Kleopas sein …

Wie auch immer. 🙂
Ich stelle mir jetzt jedenfalls bis auf weiteres ein (Ehe-)Paar vor, von dem wir da am Ende des Lukasevangeliums lesen.

Aber zurück zu JESUSHOUSE.
Die Mitarbeitenden an „meinem“ Ort hatten sich für eine Jugendwoche im Dialog-Format entschieden. Das heißt, dass wir nach einer kurzen „Hinführung“ von mir den Bibeltext gemeinsam gelesen haben. Und zwar nach der (für solche Zwecke total guten!) BasisBibel-Übersetzung, die die Leute als handliche Lukas-und-Apostelgeschichte-Ausgabe vor sich hatten. Die Besucher/innen bekamen dann noch etwas Zeit zum eigenen Lesen und haben danach in Dreiergruppen eine Frage oder eine Statement aufgeschrieben. Und diese Fragen und Statements wurden anschließend vom Moderationsteam in den eigentlichen Verkündigungsteil eingebracht.

Das Herzstück der Verkündigung war also dann dieses Gespräch zwischen mir und den Moderatoren. Und by the way: Ich finde diesen Verkündigungsansatz so dermaßen verheißungsvoll, dass ich kaum noch Lust hab, „klassisch“ zu predigen … 🙂

Natürlich habe ich mich im Vorfeld so gut ich konnte auf die Texte vorbereitet und mir (zum Teil ziemlich konkret) überlegt, wie ich auf diese oder jene potenzielle Frage reagieren könnte. Aber bei aller Vorbereitung: Es sind immer Fragen und Gedanken dabei gewesen, mit denen ich nicht gerechnet hatte, ja, auf die ich selbst überhaupt nicht gekommen wäre.

Am Emmaus-Abend lautete eine solche unerwartete Frage sinngemäß:

„Warum hat sich Jesus den beiden nicht sofort zu erkennen gegeben? Warum hat er sie noch länger als nötig in ihrer Trauer und Verzweiflung gelassen?“

Eine richtig gute – und doch auch eigentlich durchaus nahe liegende – Frage, oder?
Ja, warum hat Jesus nicht einfach gesagt: „Hey ihr zwei, ich bin’s! Spart euch den Weg nach Emmaus, ihr könnt gleich umkehren!“

Was hättet ihr spontan geantwortet??

Ich habe an diesem Freitag (wie übrigens zuvor schon öfter während der JESUSHOUSE-Woche *g*) zuallererst gesagt:

„Weiß ich auch nicht!“ 😉

Denn ich finde es zunehmend schwierig und mitunter sogar echt anmaßend, wenn Menschen meinen, die Gründe hinter Gottes Handeln verstehen und erklären zu können.

Aber auch, wenn ich zurückhaltend sein will, mir aus dieser (und anderen) Geschichte(n) ein System über Gottes Motive zusammenzuschustern – es ist ja trotzdem möglich, dieser Frage etwas weiter nachzuspüren.
Und mich dadurch mitten in diesem Emmaus-Geschehen wiederzufinden.

(Wo) Habe ich das denn zum Beispiel schonmal selbst erlebt? Da bin ich einen richtig schweren Weg gegangen – und hab erst im Nachhinein gemerkt, dass Jesus ja lange schon mitgegangen war?!
Wie war das denn da? Warum wohl habe ich Jesus nicht eher erkannt? Lag es an ihm? Oder lag es „an meinen Augen“ (V. 16)?

Oder: Könnte es sein, dass es manchmal eine notwendige (oder zumindest hilfreiche) Voraussetzung für eine Jesus-Begegnung ist, die eigenen Fragen und Zweifel und Enttäuschungen nicht wegzuwischen? Sondern sie in einem Gespräch „hin- und herzuwälzen“ (V.15)?!
Und vielleicht passiert es ja gerade im Gespräch mit einem Fremden, dass Dinge klar(er) werden und Denkblockaden langsam bröckeln …?!

Besonders schön finde ich, auf die Situation zu schauen, in der das Emmaus-Paar Jesus schließlich erkennt.
Es ist, nachdem sie Jesus in ihr Haus eingeladen
(oder besser: genötigt) haben.
Es ist, als sie mit dem scheinbar fremden Wanderer gemeinsam essen.
(Und damit eine engere Gemeinschaft ausdrücken, als wir heute mit gemeinsamem Essen verbinden.)
Es ist in dem Moment, als Jesus ihnen das Brot reicht …

Bei JESUSHOUSE haben wir die jugendlichen Besucher/innen eingeladen zu dieser engen (Tisch-)Gemeinschaft mit Jesus.

Darauf hoffe ich.
Für alle meine nachösterlichen (oder müsste es nicht eher heißen österlichen?!) Wege:

Dass Jesus mitgeht. Auch, wenn ich ihn nicht erkenne.
Und dass er nicht verzweifelt, wenn ich mal wieder „in meinem Herzen langsam bin“ (V. 25), das zu glauben, was ich eigentlich wissen könnte.
Sondern dass er ein neues Feuer in meinem Herzen entfacht (V. 32).

Und vor allem:
Dass er zum Essen bleibt.
Und sich erkennen lässt.
Und mich in Bewegung setzt.
Auch dann, wenn (und auch dort, wo) ich ihn mit meinen Augen nicht sehe.

Die zwei Seiten des Evangelisationsveranstaltungs-Pferdes

Letzte Woche war ich als Evangelistin bei einer JESUSHOUSE-Woche im Oberbergischen dabei. Und ich bin am Samstag sehr dankbar und beschenkt nach Hause gefahren.

Zum einen lag das an dem tollen Team vor Ort – es war ein Privileg, da dabei sein zu dürfen.
Die Mitarbeitenden kamen aus verschiedenen Gemeinden (Landeskirche und Baptisten) und aus dem CVJM und es war eine super Mischung aus „alten Hasen“ und jungen Leuten. Wenn ihr mal staunen wollt über das, was die Crews dort z. B. in Sachen Technik, Drama, Bistro und Deko (und in noch vielen weiteren Bereichen!) auf die Beine gestellt haben, dann kriegt ihr einen schönen Eindruck durch die Fotos auf der Homepage. Oder schaut euch mal das Erklärungsvideo für die grandiose „Tut er’s oder tut sie’s nicht“-Aktion an. 😉

Tut er´s oder tut sie´s nicht?

Kennt Ihr schon unsere #JESUSHOUSE #Challenge "Tut er´s oder tut sie´s nicht?" ?? Schaut Euch mal das Video an und Ihr erfahrt wie es geht :-)#jesushouse2017 #jesushouseoberberg #jesuslounge

Posted by JesusHouse Oberberg on Donnerstag, 16. März 2017

 

Worum es mir jetzt aber vor allem geht, das ist ein anderer Grund, warum ich so froh und dankbar auf die Woche zurückblicke. Dieser Grund lässt sich nicht ganz so schnell beschreiben (und vor allem nicht so schön visualisieren *g*) – aber ich versuch’s mal.

Es ist nämlich so (jetzt kann ich’s ja sagen *g*), dass ich schon einige Jahre bei keiner dezidiert evangelistischen Veranstaltung mehr gepredigt habe. Das war gar nicht mal Absicht. Ich habe generell nur wenige Verkündigungsdienste wahrgenommen und es hat sich einfach nicht ergeben.

Und nun hat sich aber ja während dieser längeren Zeit der Evangelisationsveranstaltungs-Abstinenz so einiges getan in meinem Glauben. Und in meinem Zweifeln.
Zum Beispiel habe ich mich weiter entfremdet (oder ich wurde entfremdet?!) von so mancher evangelikalen Mainstream-Meinung. Ich habe in einigen dogmatischen oder ethischen Fragen „den einen klaren Standpunkt“ (sofern ich den überhaupt jemals hatte) verlassen und empfinde mich dort heute als „unterwegs“. (An mancher Stelle werde ich sicherlich auch niemals mehr zu der gleichen „Klarheit“ (oder Starrheit?!) kommen wie früher.)
Ähnliche Entfremdungs-Erfahrungen mache ich auch an vielen Stellen der „frommen Kultur“. So ist zum Beispiel mein Zugang zu den meisten Worship-Liedern … äh, ich sag mal schwierig. Und auch sonst reagiere ich auf manches allergisch, was so gesagt und geschrieben und getan wird bei uns Jesus-Leuten.

Mitunter reagiere ich sicherlich sogar allergischer als angemessen. For reasons, natürlich! – Das sind dann Bereiche, in denen ich selbst schlechte Erfahrungen gemacht habe. Oder wo ich von anderen weiß, dass sie durch den Glauben oder durch die Gemeinschaft mit Christen – bzw. vielmehr durch das, was ihnen dafür verkauft wurde! – nicht nur nicht heil geworden sind und frei. Sondern im Gegenteil: krank, abhängig, ängstlich, klein! Und klar, ich möchte mich von den Worst-Practice-Beispielen abgrenzen.

Aber die Gefahr besteht natürlich, hier und da auch mal ein Kind mit dem Bade auszuschütten. Oder, wo wir schonmal bei mittelmäßigen Metaphern sind – dann auf der anderen Seite vom Pferd zu fallen.
Interessanterweise haben sich letzte Woche gleich mehrere Gespräche mit Leuten aus dem Team ergeben, in denen um diesen Punkt ging: Wo stehen wir in der Gefahr, dass wir „der nächsten Generation“ etwas vorenthalten, was aber gut wäre?

Diese Überlegungen finde ich sehr spannend und extrem wichtig. Denn natürlich ist es gut, wenn wir den Jugendlichen unsere eigenen destruktiven Erfahrungen ersparen möchten. – Aber es ist doch wohl trotzdem so, dass der Missbrauch den guten Gebrauch nicht in jedem Fall aufheben muss und sollte.

Nun ja, und um mal wieder zum Thema zu kommen – keine Ahnung, ob ihr mir gerade folgen könnt, für mich ergibt das jedenfalls Sinn *g*: Mein Eindruck ist, dass sich viele Leute in einem solchen Zwiespalt befinden, wenn es um Evangelisationsveranstaltungen geht. Da gibt es negative oder zumindest sehr durchwachsene Erfahrungen und – Gott sei Dank! – ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass in einer solchen Veranstaltung Potenzial für Manipulation vorhanden ist. (Hört dazu doch mal (wieder) den legendären und immer noch sehr lohnenden ersten Hossa Talk mit Torsten Hebel).

Auch ich selbst kenne Vorbehalte gegenüber evangelistischen (Groß-)Veranstaltungen durchaus nicht nur von anderen.  Sondern ich habe genug eigenes Negativ-Erleben, um Skeptiker/innen gut verstehen zu können.

Und trotzdem hab ich mit Überzeugung zugesagt, bei dieser JESUSHOUSE-Woche dabei zu sein. Denn bei allem, was ich heute kritisch sehe, ist das eine ja geblieben oder sogar gewachsen: Jesus begeistert und bewegt mich. Und diese heilsbringende Erfahrung wünsche ich allen!

Aber ich war schon sehr gespannt:
(Wie) Geht das, weder auf der „Turn-or-Burn“-Seite vom Pferd zu fallen noch auf der „Ist-eigentlich-auch-egal,-ob-du-glaubst“-Seite.
(Wie) Kann es in diesem Veranstaltungs-Setting gelingen, die lebens- und weltverändernde Hoffnungsbotschaft von Jesus zu verkünden und dabei Menschen konkret einzuladen, ihr Vertrauen auf Gott zu setzen – OHNE manipulativ oder gar übergriffig zu werden?

Und nach der Woche sage ich: Ja, ich glaube, es geht! 🙂 Und das freut mich total! 🙂

Die Frage danach, WIE das geht, sprengt jetzt hier den Rahmen, aber es ist sicherlich lohnend, darüber weiter nachzudenken. Und ja, diese Sache ist es wohl sogar wert, darum zu streiten.
Dabei wird es zum einen um methodische Fragen gehen müssen.

Ich persönlich empfinde zum Beispiel das dialogische Veranstaltungsformat, das für JESUSHOUSE (weiter)entwickelt wurde, als eine sehr verheißungsvolle Spur, weil es im guten Fall einen Raum für ehrliche Auseinandersetzung und echtes Gespräch eröffnet.
Noch entscheidender sind aber wohl die theologischen Grundlagen.
Was ist meine Motivation für eine evangelistische Predigt? Will ich etwas Bestimmtes erzwingen oder vertraue ich auf Gottes Wirken? Sehe ich Glaube (und eine wie auch immer definierte „Bekehrung“) als eine Leistung des Menschen oder als ein Geschenk von Gott selbst? Treibt mich Angst oder werde ich von der Liebe getragen?

Ach, ich merke schon, es bleibt spannend … 😉

Jetzt freu ich mich aber erstmal über die ermutigende Erfahrung der letzten Woche! Bin dankbar, dass ich mich nicht verbiegen musste. Sondern dass es sich echt und redlich und richtig angefühlt hat.

Ich kann schwärmen von Jesus! Ich kann davon reden, wie er die Welt und wie er Menschen neu macht. Und ich kann Leute konkret einladen, bei dieser Reich-Gottes-Revolution dabei zu sein!

Und ja, das möchte ich gerne weiterhin tun. 🙂

 

Beitragsbild: Katharina Hein

JESUSHOUSE@home

Schon wieder gehen die Ferien zu Ende. (Und schon wieder könnten sie meinetwegen noch ein paar Wochen andauern. *g*)
Und wieder nehme ich das zum Anlass, euch JESUSHOUSE ans Herz zu legen. Für eure Jugendarbeits-Planung. Oder auch für eure private Terminplanung …

Keine Angst, die lange (aber immer noch extrem zutreffende!) Grundsatzrede zum Thema „Wenigeristmehr“ spar ich mir heute. Die könnt – und solltet 😉 – ihr im JESUSHOUSE-Post vom letzten Sommer nochmal nachlesen.

Aber ich möchte euch unbedingt hinweisen auf die super Möglichkeit, JESUSHOUSE noch kurzfristig, kostengünstig und sehr vorbereitungsarm in kleinem Rahmen durchzuführen: JESUSHOUSE@home.
JESUSHOUSE steht seit 1998 für evangelistische Jugendwochen, in denen Jugendliche und junge Erwachsene zum Glauben eingeladen werden.
Die @home-Variante ist besonders spannend für Jugendgruppen und Gemeinden, die nicht viel Kraft und (Wo-)Manpower für die Vorbereitung investieren können oder wollen. Oder auch für einzelne Leute oder kleine (Haus-)Kreise, die ihren Freundinnen und Freunden die einladenden JESUSHOUSE-Abende nicht vorenthalten möchten.

Und so einfach könnte das gehen:
1. Ihr meldet euch über die JH-Homepage an, bezahlt 50 Euro Kostenbeteiligung und bekommt ein Paket mit Material und Infos.
2. Ihr ladet ein paar Leute in eure WG-Küche, euer Wohnzimmer oder euren Jugendraum ein. Oder wohin auch immer.
3. Ihr klinkt euch in den JESUSHOUSE-Livestream ein, im Netz oder (sicherer, aber etwas komplizierter) per Satellit.
Fertig. 🙂

Die Livestream-Termine:
6.-11. März: Altersgruppe 17-21 Jahre aus Wien, 19.30 Uhr
20.-25. März: Altersgruppe 13-17 Jahre aus Schwäbisch Gmünd, 18.30 Uhr

Das Video gibt euch nochmal einen guten Überblick – und ansonsten könnt ihr euch hier weiter informieren und anmelden.

JESUS in the HOUSE

Bei uns in NRW hat letzte Woche die Schule wieder angefangen. (Wie kann das eigentlich sein, dass sich die sechseinhalb Wochen jedes Jahr wieder anfühlen wie zweieinhalb?!)
Wir arbeiten also dran, den Familien- und Arbeitsalltag unter die Füße zu kriegen und das kommenden Schuljahr in den Blick zu nehmen.

Für die von euch, die in einer Gemeinde/Jugendarbeit aktiv sind, ist vermutlich so ein „planender Blick“ auch an dieser Stelle dran: Was nehmt ihr euch vor an regelmäßigen Treffen? Welche besonderen Aktionen plant ihr? Was steht sowieso schon fest, weil es Tradition ist? (Moment mal, da fällt mir ein: Müssen eigentlich die Dinge, die immer schon so waren zwingend immer so bleiben? *g*)

Mein – in den letzten Jahren unaufhaltsam wachsendes – Gefühl ist ja: Weniger ist oft mehr. Wir gewinnen, wenn wir uns zum Reduzieren durchringen. Zur Einfachheit. Zur Konzentration und Klarheit.

Klingt schön, oder? 🙂 Aber es wird ganz schnell ungemütlich, wenn wir uns klar machen, was „reduzieren“ konkret bedeutet. Nämlich vor allem: reduzieren! 😉

Also insgesamt weniger machen! Weniger Termine, weniger Veranstaltungen. Konzentration auf die Mitarbeit an wenige(re)n Stellen. So entsteht Spielraum für Beziehungen und Ungeplantes.
Das alles geht nicht ohne die Einsicht: „Ja“ sagen zu einer neuen tollen Idee klappt selten additiv, „on top“ zu allem Bestehenden. So gut wie nie sind automatisch genug freie Kapazitäten vorhanden. (Also in echt vorhanden, nicht im Wunschdenken. Und zwar tatsächlich freie Kapazitäten und nicht im letzten Winkel des Terminkalenders und am Rande der Kräftereserven zusammengekratze.) In aller Regel ist es so: Für etwas Neues muss etwas anderes ehrlich (nicht nur scheinbar) reduziert oder noch besser gleich ganz aufgegeben werden.

Diese Einsicht ist sowohl nötig für die einzelnen Mitarbeitenden als auch für die gesamte (Gemeinde-)Arbeit. Und vor allem: Der Einsicht müss(t)en Taten folgen!

Nach meiner Beobachtung allerdings ist das meistens nur theoretisch klar. Aber die Konsequenz, dann zum Beispiel mal eine Gruppe TATSÄCHLICH sterben zu lassen oder die traditionsreiche Freizeit WIRKLICH (wenigstens für ein Jahr) in andere Hände zu geben oder gar ganz zu canceln, fehlt.
Und so gibt es überall Haupt- und Ehrenamtliche, die in zu vielen Töpfen gleichzeitig rühren, die am oder über dem Limit sind und die nicht selten das Gefühl haben: Für die echten Begegnungen mit Menschen (und evtl. sogar für meine eigene Begegnung mit Gott!) fehlt mir die Zeit und die Kraft.

Und jetzt kommt was ganz Verrücktes. Aber call it crazy: Obwohl oder wohl eher WEIL ich diese Vorrede geschwungen habe, wage ich es jetzt, Werbung zu machen für – eine Veranstaltungsreihe! 😉

Anfang 2017 findet nämlich wieder JESUSHOUSE statt. Und ich empfehle euch sehr, dass ihr euch (und Gott) mal fragt, ob das nicht eine gute Idee wäre für euch.
JESUSHOUSE steht für evangelistische Jugendwochen, die ihr im Zeitraum vom 20. Februar bis 2. April bei euch durchführen könnt. Diese Wochen bieten einen Raum, um mit Jugendlichen und/oder jungen Erwachsenen in eurem Umfeld über Glaubens- und Lebensfragen ins Gespräch zu kommen und sie zum Glauben an Jesus einzuladen. In Gemeinderäumen, in der Kneipe nebenan, im Jugendzentrum, in eurem Wohnzimmer oder wo auch immer ihr das super findet.
Ich sehe darin eine große Chance. Nicht nur für eure Gäste, sondern auch für euch und „eure Jugendlichen“ selbst.

Natürlich könnt ihr auch anders evangelistisch aktiv sein als durch eine Jugendwoche. Und natürlich könnt ihr auch eine Jugendwoche unabhängig von JESUSHOUSE durchführen.
Aber why not? Es gibt viele gute Gründe für JESUSHOUSE. Unter anderem profitiert ihr dabei von den ausgearbeiteten Konzepten, von vielen Materialien und von verschiedenen Schulungs- und Beratungsangeboten.
Und, auch cool: Ihr könnt euch mit drei Entscheidungen das für euch am besten passende Konzept zusammenschustern. Ausführlichere Infos findet ihr auf der Homepage.

Besonders großartig ist aus meiner Sicht die Wahlmöglichkeit zwischen den zwei Veranstaltungsstilen. Neben einem „klassischen Bühnenprogramm“ könnt ihr euch auch für eine „Dialog“-Veranstaltung entscheiden.
Und ich persönlich stehe ja voll auf diese Dialog-Variante! An die Stelle einer längeren Frontalpredigt tritt ein interaktiver Teil, der ein echtes Gespräch zwischen VerkündigerIn und Zuhörenden (bzw. dann ja treffender „Mitredenden“ *g*) ermöglichen soll. Teile der Verkündigung entstehen „live“ im Prozess. Wenn’s gut läuft, wird das wirklich spannend – nicht zuletzt für die Evangelistinnen und Evangelisten, die so gut und breit vorbereitet sein müssen wie sonst selten … 😉

Also: Wenn ihr jetzt euer Jugendarbeits-Jahr in den Blick nehmt (und dabei hoffentlich überlegt, was ihr alles NICHT machen wollt *g*), dann bewegt doch auch die Frage nach JESUSHOUSE in eurem Herzen. Es könnte sich lohnen, für so eine JESUSHOUSE-Woche „nein“ zu sagen zu einer anderen großartigen Idee!

Ich jedenfalls werde nach 2011 zum zweiten Mal als Vor-Ort-Verkündigerin bei JESUSHOUSE am Start sein. Und ich freu mich schon jetzt drauf! 🙂