LesenBetenLiebenVerändern … mit Magdalena Onyango

Magdalena Onyango // 30 Jahre alt // lebt mit ihrem aus Kenia stammenden Mann und einjährigem Sohn in Paderborn //  Katholische Theologin und Bildungsreferentin beim Internationalen Hilfswerk missio // leidenschaftliche Pianistin

LESEN:

Emails, Hausarbeiten, Facebook-Posts, Briefe, Rechnungen, vielleicht die ersten drei Abschnitte eines Magazin-Artikels, bis das Kind wieder wach ist. Viel ist es nicht, was ich zur Zeit lese – höchst selten ist es Lesen aus Muße. Als „working mum“ mit Mann in Ausbildung und ohne Oma oder Kindermädchen um die Ecke beschränkt sich das Lesen auf das Notwendigste.

Lesen hat für mich mit unserem aufgeweckten kleinen einjährigen Weltentdecker eine übertragene Bedeutung bekommen. Ich LESE Essensreste unter dem Esstisch auf, ich LESE Spielzeug und geradezu alles, was nicht fest verankert ist oder mindestens auf einem Meter Höhe verstaut ist, in der ganzen Wohnung auf. Und wenn der Entdeckergeist des kleinen Mannes allzu tollkühn wird, muss ich ihm manchmal auch die Leviten LESEN. Vieles, was in der Welt der Erwachsenen kaum Beachtung erhält, dürfen wir mit dem neugierigen Wicht in allen Einzelheiten durchBUCHstabieren.

Lesen ist für mich aktuell also selten zweidimensional, schwarz auf weiß, sondern meistens dreidimensional, aktives Tun. Ein Kleinkind spornt dazu an, nicht zu lesen, sondern selbst Geschichte zu schreiben.

BETEN:

Mir gefällt der Gedanke, dass auch mein Gebet nicht zweidimensional, also nicht nur geschrieben oder gedacht, sondern dreidimensional ist und mitten ins Leben hineinwirkt und es verändert. Ich versuche so zu leben, als wäre jede Handlung meines Lebens aktives Gebet. Kontemplation in Aktion.

Wie friedvoll wäre die Welt, wenn alle Menschen jede Tätigkeit ihres Lebens als den Ausdruck ihres ureigenen Gebets zu Gott verstehen würden.

Charismatiker der Gegenwart und der Geschichte sind oft tiefgründige BeterInnen.  Sie wirken so beeindruckend, weil sie ihr Gebet authentisch in ihr tätiges Leben übersetzen.

Würde ich mein „Lebensgebet“, also mein tägliches Tun, niederschreiben, kommt ganz gewiss kein seligmachendes Glaubensbekenntnis heraus. Mein „Lebensgebet“ ist oft nicht mehr als ein undurchsichtiges Stückwerk. War nicht auch Jesu Leben bis zum Tag seiner Auferstehung ein Stückwerk ohne letzte Sinnhaftigkeit?

LIEBEN:

Wenn die Liebe Gottes durch mein tägliches Tun durchscheint, wird mein Leben zum Gebet. Es kommt auf die Haltung an, mit der ich die Steuererklärung anfertige, mit der ich die Mail an den Kollegen verfasse.  Manchmal geht es zugegeben einfach nur darum, zu funktionieren. Die To-Dos abzuarbeiten, den Laden am Laufen zu halten. Aber auch das gehört dazu aus Verantwortung, aus Liebe zur Familie und zum Leben. Und manchmal passiert es dann wirklich, es scheint Göttliches in meinem Lebensgebet auf, z.B. wenn unser kleiner Sohn mich mit nimmt in seine Welt, die ganz im Hier und Jetzt spielt. Wo Zeit keine große Rolle spielt und das kleine Wunder, die Pusteblume im Garten, zum Mittelpunkt der Welt wird.

VERÄNDERN:

Wenn mein Gebet dreidimensional ist, also mitten ins Leben hineinspielt, das Leben auch mal durcheinanderwirbelt, hat es Kraft, mein Leben, ja, die Welt zu verändern. Auch Jesus hat Geschichten mitten aus dem Leben erzählt und damit die Menschen aus ihrem täglichen Trott zum Umdenken aufgeweckt. Beim Abendessen diskutieren wir oft über weltweite Gerechtigkeit; denken an die Familie und die Freunde meines Mannes in Kenia; können oft nur aus der Ferne teilhaben; träumen davon, die kenianische Lebensfreude, das Gottvertrauen und die Unverkrampftheit nach Deutschland zu importieren; schätzen zugleich die Sicherheit, Berechenbarkeit und Planbarkeit in Deutschland.

Es gibt viel zu verändern. Jesu Geschichten, mitten aus dem damaligen Leben gegriffen, geben uns eine Richtung. Nicht jeden Tag folgen wir der Spur. Auch Ohnmacht, Aushalten und Ausharren verlangt das aktive Gebet. Allein das Wissen darum, dass das Gebet nie enden wird, gibt Kraft, die immer durch trägt.

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In der Serie LesenBetenLieben sind Menschen zu Gast, die ich gerne mag. Und sie teilen ihre Gedanken und/oder Erfahrungen in Sachen readpraylove mit uns. Vielen Dank, Magdalena, dass du dir Zeit genommen hast für diese starke Folge! 🙂

LesenBetenLieben – Mittwoch geht’s weiter!

Am Mittwoch geht die LesenBetenLieben-Serie in die fünfte Runde.

Das freut mich!
Zum einen, weil man jetzt langsam mal wirklich zu Recht von einer „Serie“ sprechen kann. 🙂 Und zum anderen, weil es einmal mehr großartig wird. 😉

Mit Magdalena Onyango ist zum ersten Mal eine katholische Theologin zu Gast.
Magdalena arbeitet für das Hilfswerk missio. Und auch ihr „privates“ Interesse und Engagement gilt Fragen rund um globale Gerechtigkeit. So veranstaltete sie zum Beispiel mit ihrer Band „Gegenwind“ schon mehrfach Benefizkonzerte für Hilfsprojekte im ländlichen Raum Kenias. Diese Projekte initiierte Magdalena gemeinsam mit ihrem Mann, der gebürtig aus Kenia stammt.

Apropos: Man kann von Glück sagen, dass sie diesen Mann geheiratet hat. Denn durch ihn, der ein Jahr lang in unserer Familie Aupair war, haben wir uns überhaupt erst kennengelernt.
Wie gut für mich also. 🙂
Und wie gut für euch! 🙂
Denn Magdalenas LesenBetenLieben-Artikel, den ihr ab Mittwoch hier lesen könnt, hat es echt in sich!

LesenBetenLiebenWagen … mit Johannes Bartels

Johannes Bartels // 48 Jahre alt // lebt mit zwei Kindern in Pirna // Evangelist bzw. Referent für Jugendevangelisation in Sachsen // passionierter Lakritz-Konsument und Black-Stories-Grübler und -Autor // www.evjusa.de

LESEN:

Kabarettisten lesen den Subtext – und sprechen ihn aus. Diesen Satz schnappte ich vor kurzem im Fernsehen auf. Dort hieß es auch, dass das Geschäft der Kabarettisten in Zeiten des Populismus schwierig geworden sei, da die Populisten sich gar keine Mühe mehr machen würden, den Subtext zu verbergen. Sie sprechen ihn gleich selbst aus – aus Dummheit oder Dreistigkeit oder einer Mischung aus beidem.

Den Subtext lesen, zwischen den Zeilen lesen – eine hohe Kunst, nicht nur für Kabarettisten, sondern auch für Seelsorger und gute Freunde. Hoffentlich mit angenehmeren Gesprächspartnern als den Populisten!

BETEN:

Wer singt, betet doppelt, so hört man manchmal. Gefällt mir. Singen ist eine Form des Betens, mit der ich etwas anfangen kann. Und manchmal bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich spüre, dass jemand tatsächlich in diesem Sinne singt – als Gebet und mit Leidenschaft.

Übrigens gibt es noch viele andere Formen des Betens. „Es gibt mehr Möglichkeiten, als du denkst!“ (Klaus Douglass)

LIEBEN:

Lieben macht das Leben spannend. Das Böse mag anfangs für einen gewissen Nervenkitzel sorgen, doch irgendwann wird es langweilig. Einfach weil man da letztlich immer bei sich bleibt. Die Liebe dagegen ruft zum Aufbruch, sie bringt uns dazu, über den eigenen Schatten zu springen – hinüber zum Du. Liebe führt zur Begegnung – und sorgt damit oft genug für Überraschungen. Wer liebt, wächst über sich hinaus.

WAGEN:

Wer wagt, gewinnt. Wer immer nur den sicheren Weg geht, hat gute Chancen, unbeschadet durchzukommen – doch er wird auch nicht viel gewinnen. Wer wagt, riskiert zwar zu scheitern. Doch Scheitern gehört zum Leben dazu. Die Herausforderung besteht nicht darin, das Scheitern zu vermeiden, sondern „gekonnt zu scheitern“.

Und noch etwas: Wer scheitert, kann Gnade empfangen. Auch das gehört zum Leben dazu. Wer nie am eigenen Leibe erfahren hat, dass er auf Gnade angewiesen ist, wird vermutlich auch keine Gnade erfahren. Der ist zu bedauern!

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In der Serie LesenBetenLieben sind Menschen zu Gast, die ich gerne mag. Und sie teilen ihre Gedanken und/oder Erfahrungen in Sachen readpraylove mit uns. DANKE Johannes, dass du so spontan mitgemacht hast! 🙂

LesenBetenLieben #4 – Freitag!

Am Freitag gibt’s mal wieder eine Folge LesenBetenLieben mit einem tollen Gast: Johannes Bartels.

Johannes ist Jugendevangelist und (wie ich jetzt erst herausgefunden habe *g*) promovierter Theologe. Wir kennen uns von den Foren der AGJE (Arbeitsgemeinschaft Jugendevangelisation) und in diesem Zusammenhang hat sich eine schöne Blues-Brothers-Tradition entwickelt. 🙂 (Ich meine, hey?! Wer will durch die Kneipen Berlins ziehen, wenn man den Samstagabend in der Hauptstadt auch mit Jake & Elwood verbringen kann – und mit zwei netten Sachsen, die die eigene, nicht unbedingt alltägliche, Filmleidenschaft teilen?! *g*)

Auf die gute Idee, Johannes für LesenBetenLieben anzufragen, bin ich vorletzte Woche gekommen. Als ich nämlich hier auf ein immens spannendes „Schreibgespräch“ zum Thema Mission gestoßen bin, bei dem er mitgeredet (bzw. -geschrieben) hat. Ich leg euch sehr ans Herz, die klugen und anregenden Gedanken der vier Gesprächspartner/innen einmal in Ruhe zu lesen.

Die Seite des „Forums für Gemeinschaft und Theologie“ lohnt übrigens auch sonst mal einen Besuch. Zum Beispiel um die super Idee der „Tischgemeinschaften“ zu kopieren: frei-und-fromm.de.
(Nicht zu verwechseln mit frommundfrei.net – was aber für theologisch interessierte und etwas verrückte Freunde und Freundinnen des gepflegten Podcasts auch ein echter Linktipp ist.)

Na dann: Die Woche über habt ihr jetzt genug zum Lesen und Hören.
Und Freitag kommt ihr dann unbedingt wieder hier vorbei.
Es lohnt sich! 🙂

LesenBetenLiebenLachen … mit Anett Wolf

Anett Wolf // 35 Jahre alt // lebt gern in Chemnitz // seit Neuestem Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit bei „Perspektiven für Familien e.V.“ // trinkt ihren Kaffee am liebsten mit viel Milch und Kakao aus großen Tassen

LESEN:

Wer das kann, ist klar im Vorteil. Das höre ich in den Momenten, wo ich z.B. vor einem Wegweiser zum WC stehe und jemanden frage: „Wo ist denn hier das Klo?“ Manchmal will ich gern das Offensichtliche noch mal ausgesprochen hören…

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich zu den privilegierten Menschen gehöre, die lesen lernen konnten. Das macht mir die Bewältigung des Alltags wirklich leichter. Und ich freue mich, dass ich so viel Auswahl habe. Was es da nicht alles gibt: Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Blogs , E-Mails, SMS (die hat man sich früher geschrieben, als es noch kein WhatsApp gab 😉 ).

Und die Inhalte kann ich selbstredend ebenfalls wählen. Das gefällt mir. Ich lese wirklich sehr gern: Tageszeitung, Blogs, immer mal einen Krimi, Comics gehen immer, Bibel auch manchmal… und doch habe ich phasenweise so Anflüge von „zu viel“. Zu viel Informationen, zu viel Input, zu viele Gedanken, die ich mir daraufhin mache… neulich habe ich ein Abo einer christlichen Zeitschrift gekündigt, weil ich einfach nicht mehr hinterher komme mit Lesen. Und wer kann schon so viel Input gebrauchen?! Immer nur „in mich aufnehmen“ stresst mich in solchen Phasen. Dann will ich erst einmal TUN, output haben, sozusagen. Das umsetzen, was ich gelesen habe, was ich schon weiß.
Da fällt mir ein, was ich mal in einem Kalender gelesen habe: Heute muss es nicht mehr heißen „sie wissen nicht, was sie tun“, sondern „sie tun nicht, was sie wissen“. Da hab ich mich ertappt gefühlt. Und will es gern anders machen, aber das ist mir dann doch oft zu unbequem.
Also mache ich es mir mit einem guten Buch auf dem Sofa bequem und lass mich auf eine kleine Gedankenreise mitnehmen. 🙂 Aber der Wille ist da und manchmal klappt es auch ansatzweise …

BETEN:

„Beten, das ist Reden mit Gott, das geht immer, ich red‘ kein‘ Schrott.“ Das war ein Merkvers bei dem coolen Kinderprogramm „McTurtle“, wo ich mal mitgearbeitet habe. Das geht ins Ohr und bleibt im Kopf. 🙂

Wie genau das „funktioniert“ – da bin ich mir auch nicht sicher. Ob beten tatsächlich „den Arm Gottes bewegt“, wie ich das früher oft gehört und auch irgendwie geglaubt habe, oder ob das mehr etwas ist, was mir selber weiterhilft, weil ich Gedanken, Wünsche, Bitten (…) formuliere und ausspreche, da mag ich mich heute nicht mehr so festlegen. Ich hab schon beides erlebt. Keine Ahnung. Aber ich nutze es und bin überzeugt, dass Gott souverän ist und ich nicht alles verstehen muss.

LIEBEN:

Auch hier ein Zitat, diesmal aus einem Lied von Bodo Wartke: „wer liebt, riskiert zu leiden, wer nicht liebt, leidet schon“.

Lieben tu‘ ich ausgewählt recht gern. Mich lieben lassen finde ich da schon schwieriger. Aber das eine geht schlecht ohne das andere, glaub ich.

LACHEN:

Das ist total super und überlebensnotwendig! Humor ist eine geniale Erfindung und davon mache ich sehr gern Gebrauch. Ich finde es herrlich und genieße es, wenn ich mich mit anderen Menschen auf dieser Ebene gleich auf Anhieb verstehe, manchmal auch ohne Worte.

Mit Lachen geht das allermeiste viel besser. Und ich vermute, dass Gott ganz oft schmunzelt. Bestimmt auch über mich. 😉

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LesenBetenLieben ist eine Serie, in der tolle Menschen ihre Gedanken und Erfahrungen in Sachen readpraylove mit uns teilen. Danke für’s Mitmachen, Anett! 🙂

LesenBetenLieben – da war ja mal was …

Mann, mann, mann, was soll das denn bitte für eine SERIE sein?
Zwei Folgen LesenBetenLieben und dann schon abgesetzt oder was?!

– NEIN, natürlich nicht!

Ach, aber irgendwie gab es immer so viel anderes zu schreiben … und zack – war schon wieder ein Monat ohne LesenBetenLieben-Folge vorbei.

(Naja, und DANN sind da natürlich auch noch die Leute, die ich angefragt habe UND die sogar auch bereit sind, was zu schreiben, ABER die es bis jetzt noch nicht gebacken gekriegt haben … By the way, wenn ihr das lest: Tut euch keinen Zwang an. *g*)

Aber jetzt wird ja alles gut: Denn am Wochenende geht es endlich weiter! 🙂
Und zwar ganz wunderbar. Sonntag ist nämlich Anett Wolf an dieser Stelle hier zu Gast.
Anett und mich verbindet eine gemeinsame Zeit bei Jugend für Christus Deutschland, „damals“, in the early 2000s … Und somit eine ganze Reihe von wichtigen Erlebnissen und Gesprächen. Nicht zu vergessen die eine oder andere Tasse Hühnerbrühe natürlich … 😉

Zwischendurch hatten wir ein Jahrzehnt lang mal gar keinen Kontakt. (Was hoffentlich nicht wieder vorkommt.) Aber nach einem bereichernden Wiedersehen Ende Dezember wusste ich: Diese Frau ist genau die Richtige für Folge 3!

Also, schaut Sonntag wieder rein, dann verrät Anett uns etwas von ihrer Sicht auf das Lesen und das Beten und das Lieben und das … – na, das werdet ihr dann sehen … 😉

LesenBetenLiebenRappen … mit Johanna Klöpper

Johanna Klöpper // 35 Jahre alt // lebt mit Mann und zwei Kindern in Mittenaar im Lahn-Dill-Kreis in Hessen in Deutschland in Europa in der Welt // Hospizfrau, Trauerbegleiterin, Möchtegern-Rockstar und gute Esserin – Spezialgebiet Pasta // www.heiligersenf.com

LESEN:

Kann ich.
Hab ich aber so richtig erst mit Ende zwanzig angefangen, als ich schwanger war und liegen sollte und vor Langeweile fast verschimmelt wäre.
Eigentlich sind Bücher in meiner Herkunftsfamilie schon immer eine echte Währung gewesen – es gab stets genug von ihnen und ich erfuhr auch genügend Ermutigung dazu, mal „Der kleine Hobbit“ zu versuchen oder Michener (als ich schon etwas älter war).
Lesen war zwar nie etwas Unnormales – ich fand aber die Geschichten in der Regel lahm. HEUTE weiß ich, dass weder der Hobbit noch Michener lahm sind – um aber die Hürde zum gepflegten Bücherverzehr nehmen zu können, brauchte ich erstmal die richtigen Geschichten.
Welche das sind? Thriller. Psychothriller, um genau zu sein. Lieber Skandinavien als Amerika – ich glaube, dass das wenige Tageslicht da oben meinen Lieblingsautoren dabei hilft, sich dieses dunkle Zeug auszudenken. Verfilmt würde ich es nicht schaffen, auch nur eine einzige der Geschichten anzuschauen, die ich lesend mit Begeisterung wegatme. Aber wenn mir nur mein eigenes Gehirn als Leinwand zur Verfügung steht (der Vorteil des Buches gegenüber dem Film, wenn man mich fragt!), lasse ich mich gernst in die fiesesten Abgründe entführen, während ich auf dem Sofa kauere und versuche, Kuchen aufzugabeln und in den Mund zu arbeiten, während ich nicht die Augen vom Buch nehme.
Meine Helden sind derzeit auf jeden Fall Erik Axl Sund (die Viktoria Bergman Trilogie!) und Lars Kepler. Aber auch bei Simon Beckett habe ich bisher noch nix falsch gemacht.
Übrigens, mal unter uns: mein Vater, der meine Thrillerfreude teilt und den ich regelmäßig mit Lektüre versorge, sollte nicht wissen, dass ich mich traue, sowas Fieses zu lesen – deshalb habe ich ihm den zweiten Teil der o. g. Trilogie einfach nicht ausgeliehen, sondern ein erfolgreiches Ablenkungsmanöver mit Jussi Adler-Olsen zwischengeschaltet, kchch…

BETEN:

Übe ich.
Ich mache das weder so ordentlich (formal gesehen), noch so regelmäßig, wie ich es eigentlich von mir selbst erwarten würde. Mittlerweile fühle ich mich aber Gott sei Dank (!) der Macht der Liebe in meinem täglichen Leben und Weben oft so nah, dass ich eine Art gedankliche Standleitung pflege. Ich denke ganz oft etwas zu Gott hin und fühle mich damit insgesamt gesehen genug, so dass ich nur ab und zu konkrete Anliegen formuliere. Meine kopfinterne Rätselfrage lautet aktuell, ob wir Menschen nicht in jedem unserer Atemzüge den Namen Gottes äußern und wenn ja, ob das dann schon als Gebet gilt.
Muss Gebet denn immer mit Bittedankeamen sein? Es soll ja alles, was Odem hat den Herrn Loben – nicht alles, was Bittedankeamen sagen kann. Ich denk mal weiter drüber nach, freue mich auch über anderer Menschen Gedanken dazu und sage in irgendeinem Blog dieser Welt Bescheid, wenn mir irgendwas Meldenswertes dazu kommen sollte.

LIEBEN:

Tue ich.
Meine Kinder, meinen Mann, die Nordsee. Ich liebe den Wind und die Gesellschaft lieber Freunde. Ich liebe es zu lachen, bis ich kreische und zu singen, als würde keiner zuhören. Andere Menschen zu lieben heißt für mich, mich von ihren Meinungen, ihrer Art sich auszudrücken, von ihrem ganzen Sein überraschen zu lassen. Ich äußere Liebe, indem ich versuche, die Freiheit des Anderen zu schützen. Zumindest versuche ich das.
Aber versorgen mache ich auch gern. Ich möchte, dass meine Geliebten satt sind und es warm haben. Maslowsche Bedürfnispyramide von unten her bezwingen sozusagen. Ja. Lieben. Ich finde Lieben gut.

RAPPEN:

Kann ganz, ganz schlimm sein.
KANN aber auch gut sein! Ich bin Fan von Smudo, bzw. Le Smou. Weil er es kann.
Und ich höre oft und gerne Eminem im Auto. Huhuuu, gefährlich! Ich finde, dass Rap – wenn die Texte, wie zB bei Badboy Eminem dicht, schnell, witzig und/oder scharfzüngig sind – eine tierische Kunstform ist!
Musikalischerseits ist HipHop sowieso die best-tanzbare Musik, wenn man meinen Hintern fragt – wenn diese dann mit Wortwitz und musizierter Schläue textlich angereichert wird, ist doch eigentlich alles gut, oder was? Keine Ahnung, wie man das anders sehen könnte…
Man muss übrigens immer auf der 3-und „A“ machen. Dies als kleiner Tipp von mir altem, knallharten HipHop-Gangsta. There’s a Slim Shady in all of us!
Ich höre zwar auch sehr viel, sehr andere Musik – wenn aber jemand RAPPEN kann, muss er wegen mir sonst nicht viel können. Lesen zB.

Danke für die Einladung und Gastfreundschaft in diesem zauberhaften Blog! Ich wünsche Liebe, gute Lektüre und immer ein „A“ auf der 3-und!
Love, Johanna

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LesenBetenLieben ist eine Serie, in der tolle Menschen ihre Gedanken und Erfahrungen in Sachen readpraylove mit uns teilen. Dass Johanna für diese Folge zugesagt hat (obwohl wir uns bisher noch nie begegnet sind *g*), freut und ehrt mich total! 🙂
– Ich bin jetzt eine Woche offline. Aber hey – ihr seid groß und könnt auch ohne mich kommentieren. Gunnar passt dann auf, dass alles anständig bleibt … 😉

LesenBetenLieben – Sonntag geht’s weiter!

Wird aber auch echt mal Zeit, dass es nach Teil 1 der LesenBetenLieben-Serie endlich weitergeht.

Und, tadaaa, am Sonntag ist es so weit:
Ich freu mich volle Lotte, dass die großartige JOHANNA KLÖPPER zu Gast sein wird. 🙂

Johanna ist Hospizfrau, Autorin, Mutter und wer-weiß-nicht-was-noch-alles. Und sie ist mir ein Bloggerinnen-Vorbild.

Ihr könnt euch ja mal die Zeit bis Sonntag auf ihrem Blog „heiligersenf“ vertreiben. Oder ihr lest Johannas Buch „Leben ist das neue Sterben“ , das sie im vergangenen Herbst veröffentlicht hat. Oder ihr hört in die alte Hossa-Talk-Folge, in der sie zu Gast war und durch die ich auf sie aufmerksam geworden bin. Oder, wenn ihr mehr so auf Fernsehen steht, ihr schaut euch die brandaktuelle Folge von  Tiefsehtauchen an. Oder alles?!

Ach – macht doch, was ihr wollt! 😉 Aber kommt in jedem Fall Sonntag wieder, wenn es heißt: LesenBetenLiebenRappen … mit Johanna Klöpper.

LesenBetenLiebenSein … mit Isa Radler

Isa Radler // 34 Jahre alt // lebt mit ihren Hasen Pünktchen und Anton in der Nähe von Schwäbisch Hall // SV-EC-Jugenddiakonin in Untermünkheim

LESEN:

Ich liebe das Lesen. Von der Couch aus in ferne Länder reisen. Abenteuer ohne Risiko erleben. Abtauchen in eine andere Welt.
Bibellesen liebe ich auch. Die schönste Art: Im Sommer. Auf Zeltlager. Alle schlafen noch, außer die fleißigen Küchenmitarbeiter, die Kaffee kochen. Ich sitze neben der Kaffeemaschine. Bekomme den ersten, stärksten Schluck. Auf den Beinen meine aufgeschlagene Bibel. In dem ganzen Chaos gehört die erste halbe Stunde des Tages nur Jesus und mir.

BETEN:

Am intensivsten bete ich im Auto. Das hab ich mir in einer Zeit des Reisedienstes so angewöhnt. Als ich diesen Frühling durch wunderschöne Natur zu meinem Freund gefahren bin, hatte ich ein so intensives Gespräch mit Jesus, dass ich mich verfahren habe. Ich kam über eine halbe Stunde zu spät an. Sagte: „Ich habe mich so gut mit Jesus unterhalten, dass ich den Weg vergessen habe“. Er lachte. Seitdem fragt er manchmal, wenn ich nachdenklich schaue: „Betest du oder denkst du nach?“ Er wartet bei beidem bis ich damit fertig bin, redet dann weiter und amüsiert sich drüber, dass er multitaskingfähiger ist als ich.

LIEBEN:

Von Rob Bell aus „Sex. Gott.“ hab ich den Gedanken: Agape (göttliche Liebe) liebt nicht, weil der andere schön ist, sondern auf eine Art und Weise, die ihn schön werden lässt.
Seit ich das gelesen habe, suche ich diese Art der Liebe. Wenn ich andere beobachte. Das inspiriert mich. Und wenn ich selbst mit Menschen umgehe, versuche ich auf die Art zu lieben. Die Liebe in mir wächst und wächst mit jeder Person, die dazu kommt. Und keine Liebe fühlt sich gleich an. Am meisten liebe ich: Jesus, meinen Freund Maik, meine Mama und Papa, meine Freundin Astrid, Pünktchen und Anton (Haustiere). Und ganz genau sagen, wie da die interne Reihenfolge ist, kann ich nicht und will ich nicht. Weil jeder auf einer völlig anderen Ebene geliebt wird. Nur die Liebe zu Jesus durchdringt alle anderen Lieben.

SEIN:

I am a human-being. Not a human-doing.
Dieses Wortspiel funktioniert im Deutschen nicht. Drückt aber meine befreiendste Erfahrung der letzten Jahre aus. Ich bin Kind Gottes. Nicht seine Dienerin. Ich bin wertvoll für ihn allein durch mein „sein“. Selbst wenn ich nichts tue oder tun kann. Egal, ob ich im hauptamtlichen Verkündigungsdienst unterwegs bin oder mit meinen Nachbarn Kaffee trinke. Oft ist das „da sein“ für andere sogar wertvoller als jede Arbeit. Und das „alleine sein“ auf dem Sofa und dabei kräftig entspannen macht wieder Lust auf das „sein“ mit anderen.

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Dieser Gastbeitrag von Isa eröffnet die neue Serie LesenBetenLieben, in der tolle Menschen ihre Gedanken und Erfahrungen in Sachen readpraylove mit uns teilen. Ich freu mich! 🙂

Neue Serie: LesenBetenLieben

Am Sonntag ist es so weit und die erste readpraylove-Serie startet. Sie hat den schönen Namen LesenBetenLieben! 🙂

Und so geht’s: Menschen, die ich mag, schreiben einen Gastbeitrag über – *g* – naja, eben lesen und beten und lieben.
Und zu den drei vorgegebenen Wörtern dürfen sich die Gäste noch ein viertes Verb suchen. Und auch zu dem noch was schreiben.

Tja, und damit wären die Vorgaben schon zu Ende. 🙂

Simple as it is … ich glaube, das wird super.
Jetzt freu ich mich erstmal auf Folge 1 mit meiner Freundin Isa Radler! Die Gute spielt sozusagen den Platz warm – und ich kann euch schon verraten, wie es wird: Großartig.

In nächster Zeit folgen dann immer wieder mal Beiträge von weiteren coolen Menschen. Falls ihr Wünsche habt, wen ich mal fragen soll: Sagt Bescheid