„… sein ist auch die Ewigkeit“

„Mein Sterbebett steht im Advent.“

Das soll Burkhard Weber wenige Tage vor seinem Tod am 12. Dezember 2016 gesagt haben.

Jetzt, wo wieder Advent ist, denke ich öfter an diesen Satz.
Und ich denke an Burkhard.

Unvergessen ist er noch immer.
Unvergessen so viele Begegnungen.
Unvergessen all die Anregungen, Anstöße, Sätze, Gedankengänge, Weisheiten, die ich ihm verdanke.
Unvergessen, unvergesslich.

Allein schon durch mein Theologiestudium denke ich häufig an Unterrichtsstunden bei Burkhard zurück. Und ich merke wieder an allen Ecken, wie sehr er – und die gesamte Ausbildung am Johanneum – mich geprägt haben.

Bezeichnenderweise leuchtet die Erinnerung an „den großen Gesprächspartner“ Burkhard aber besonders oft in persönlichen Gesprächen auf.
„Burkhard Weber, der frühere Direktor des Johanneums, der hätte jetzt vermutlich gesagt …“ – So oder so ähnlich hab ich mich in den letzten Wochen mehrfach zu Mitstudierenden reden hören. Um dann etwas Kostbares weiterzugeben, das mich bis heute bereichert.

Heute, an Burkhards Todestag erinnere ich mich bewusst an diesen besonderen Mann.
Ich danke Gott für die nachhaltigen Segensspuren, die er in meinem Leben hinterlassen hat.

Und ich denke an Burkhards Beerdigung.
An diesen bewegenden Tag, der in aller tiefen Trauer von einer noch viel tiefgreifenderen Hoffnung durchdrungen war.

In besonderer Erinnerung ist mir das Lied „Meinem Gott gehört die Welt“ geblieben, das wir beim Gottesdienst in der Erlöserkirche gesungen haben. So weit ich weiß hat Burkhard das selbst ausgesucht.

Meinem Gott gehört die Welt,
meinem Gott das Himmelszelt,
ihm gehört der Raum, die Zeit,
sein ist auch die Ewigkeit.

Ich hatte dieses Lied mit dem Text von Arno Pötzsch vorher schon Jahre lang nicht mehr auf dem Schirm gehabt. Irgendwo hinten in meinem Kopf war es unter „Kinderlieder“ abgespeichert und fast vergessen.
Aber bei der Trauerfeier hat es mich tief berührt.
Mit seinen schlichten und gleichzeitig großen Worten und mit dem kindlichen Vertrauen, das es ausdrückt, passte dieses Lied so wundervoll zu Burkhard.
Und was war es für ein Trost, mit vielen hundert anderen Menschen die Abschlussstrophe zu singen (- bzw. sie sich von Leuten, deren Stimme gerade nicht versagte, zusingen zu lassen):

Leb ich, Gott, bist du bei mir,
sterb ich, bleib ich auch bei dir,
und im Leben und im Tod
bin ich dein, du lieber Gott!

Wow.

Advent – das heißt für mich seit letztem Jahr noch einmal mehr:
Der, um dessen Kommen es hier geht, bringt wahrhaftig Licht in die Dunkelheit.
Selbst Sterbebetten umhüllt er mit adventlicher Hoffnung.