LesenBetenLiebenRappen … mit Johanna Klöpper

Johanna Klöpper // 35 Jahre alt // lebt mit Mann und zwei Kindern in Mittenaar im Lahn-Dill-Kreis in Hessen in Deutschland in Europa in der Welt // Hospizfrau, Trauerbegleiterin, Möchtegern-Rockstar und gute Esserin – Spezialgebiet Pasta // www.heiligersenf.com

LESEN:

Kann ich.
Hab ich aber so richtig erst mit Ende zwanzig angefangen, als ich schwanger war und liegen sollte und vor Langeweile fast verschimmelt wäre.
Eigentlich sind Bücher in meiner Herkunftsfamilie schon immer eine echte Währung gewesen – es gab stets genug von ihnen und ich erfuhr auch genügend Ermutigung dazu, mal „Der kleine Hobbit“ zu versuchen oder Michener (als ich schon etwas älter war).
Lesen war zwar nie etwas Unnormales – ich fand aber die Geschichten in der Regel lahm. HEUTE weiß ich, dass weder der Hobbit noch Michener lahm sind – um aber die Hürde zum gepflegten Bücherverzehr nehmen zu können, brauchte ich erstmal die richtigen Geschichten.
Welche das sind? Thriller. Psychothriller, um genau zu sein. Lieber Skandinavien als Amerika – ich glaube, dass das wenige Tageslicht da oben meinen Lieblingsautoren dabei hilft, sich dieses dunkle Zeug auszudenken. Verfilmt würde ich es nicht schaffen, auch nur eine einzige der Geschichten anzuschauen, die ich lesend mit Begeisterung wegatme. Aber wenn mir nur mein eigenes Gehirn als Leinwand zur Verfügung steht (der Vorteil des Buches gegenüber dem Film, wenn man mich fragt!), lasse ich mich gernst in die fiesesten Abgründe entführen, während ich auf dem Sofa kauere und versuche, Kuchen aufzugabeln und in den Mund zu arbeiten, während ich nicht die Augen vom Buch nehme.
Meine Helden sind derzeit auf jeden Fall Erik Axl Sund (die Viktoria Bergman Trilogie!) und Lars Kepler. Aber auch bei Simon Beckett habe ich bisher noch nix falsch gemacht.
Übrigens, mal unter uns: mein Vater, der meine Thrillerfreude teilt und den ich regelmäßig mit Lektüre versorge, sollte nicht wissen, dass ich mich traue, sowas Fieses zu lesen – deshalb habe ich ihm den zweiten Teil der o. g. Trilogie einfach nicht ausgeliehen, sondern ein erfolgreiches Ablenkungsmanöver mit Jussi Adler-Olsen zwischengeschaltet, kchch…

BETEN:

Übe ich.
Ich mache das weder so ordentlich (formal gesehen), noch so regelmäßig, wie ich es eigentlich von mir selbst erwarten würde. Mittlerweile fühle ich mich aber Gott sei Dank (!) der Macht der Liebe in meinem täglichen Leben und Weben oft so nah, dass ich eine Art gedankliche Standleitung pflege. Ich denke ganz oft etwas zu Gott hin und fühle mich damit insgesamt gesehen genug, so dass ich nur ab und zu konkrete Anliegen formuliere. Meine kopfinterne Rätselfrage lautet aktuell, ob wir Menschen nicht in jedem unserer Atemzüge den Namen Gottes äußern und wenn ja, ob das dann schon als Gebet gilt.
Muss Gebet denn immer mit Bittedankeamen sein? Es soll ja alles, was Odem hat den Herrn Loben – nicht alles, was Bittedankeamen sagen kann. Ich denk mal weiter drüber nach, freue mich auch über anderer Menschen Gedanken dazu und sage in irgendeinem Blog dieser Welt Bescheid, wenn mir irgendwas Meldenswertes dazu kommen sollte.

LIEBEN:

Tue ich.
Meine Kinder, meinen Mann, die Nordsee. Ich liebe den Wind und die Gesellschaft lieber Freunde. Ich liebe es zu lachen, bis ich kreische und zu singen, als würde keiner zuhören. Andere Menschen zu lieben heißt für mich, mich von ihren Meinungen, ihrer Art sich auszudrücken, von ihrem ganzen Sein überraschen zu lassen. Ich äußere Liebe, indem ich versuche, die Freiheit des Anderen zu schützen. Zumindest versuche ich das.
Aber versorgen mache ich auch gern. Ich möchte, dass meine Geliebten satt sind und es warm haben. Maslowsche Bedürfnispyramide von unten her bezwingen sozusagen. Ja. Lieben. Ich finde Lieben gut.

RAPPEN:

Kann ganz, ganz schlimm sein.
KANN aber auch gut sein! Ich bin Fan von Smudo, bzw. Le Smou. Weil er es kann.
Und ich höre oft und gerne Eminem im Auto. Huhuuu, gefährlich! Ich finde, dass Rap – wenn die Texte, wie zB bei Badboy Eminem dicht, schnell, witzig und/oder scharfzüngig sind – eine tierische Kunstform ist!
Musikalischerseits ist HipHop sowieso die best-tanzbare Musik, wenn man meinen Hintern fragt – wenn diese dann mit Wortwitz und musizierter Schläue textlich angereichert wird, ist doch eigentlich alles gut, oder was? Keine Ahnung, wie man das anders sehen könnte…
Man muss übrigens immer auf der 3-und „A“ machen. Dies als kleiner Tipp von mir altem, knallharten HipHop-Gangsta. There’s a Slim Shady in all of us!
Ich höre zwar auch sehr viel, sehr andere Musik – wenn aber jemand RAPPEN kann, muss er wegen mir sonst nicht viel können. Lesen zB.

Danke für die Einladung und Gastfreundschaft in diesem zauberhaften Blog! Ich wünsche Liebe, gute Lektüre und immer ein „A“ auf der 3-und!
Love, Johanna

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LesenBetenLieben ist eine Serie, in der tolle Menschen ihre Gedanken und Erfahrungen in Sachen readpraylove mit uns teilen. Dass Johanna für diese Folge zugesagt hat (obwohl wir uns bisher noch nie begegnet sind *g*), freut und ehrt mich total! 🙂
– Ich bin jetzt eine Woche offline. Aber hey – ihr seid groß und könnt auch ohne mich kommentieren. Gunnar passt dann auf, dass alles anständig bleibt … 😉